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DAX: Berichtssaison startet turbulent

Geopolitische Spannungen und Zinssorgen drücken den DAX unter die 25.000er Marke, während die Berichtssaison für extreme Kursausschläge sorgt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • DAX fällt unter 25.000 Punkte
  • Ölpreis steigt wegen Nahost-Konflikt
  • Evotec stürzt nach Prognosesenkung ab
  • Traton und Drägerwerk überraschen positiv

Der deutsche Leitindex tastet sich am Dienstag mit Verlusten an die 25.000-Punkte-Marke heran – und verliert sie im Handelsverlauf. Während Ölpreis und Zinssorgen die Stimmung drücken, sorgt die anlaufende Berichtssaison für heftige Ausschläge bei Einzelwerten. Zwischen einem Kurssturz von fast einem Drittel bei Evotec und einem Kurssprung bei Salzgitter zeigt sich: Die Nervosität sitzt tief, aber nicht überall aus demselben Grund.

Ölpreis und Zinsangst drücken auf die Stimmung

Der Auslöser für die miese Marktlage liegt im Nahen Osten. Die USA haben ihre Militärschläge gegen den Iran intensiviert, zusätzlich hat Washington eine Wiederaufnahme der Seeblockade gegen iranische Häfen angekündigt. Parallel dazu will US-Präsident Donald Trump künftig Transportgebühren von 20 Prozent auf Frachtschiffe erheben, die die Straße von Hormus durchqueren – eine Ankündigung, die Marktbeobachter angesichts früherer Kehrtwenden Trumps mit Vorsicht aufnehmen.

Die Folge: Brent-Rohöl kletterte auf mehr als 86 Dollar je Fass, deutlich über das Niveau vor dem zuvor brüchigen Waffenstillstand. Fed-Gouverneur Christopher Waller brachte zudem eine mögliche Zinserhöhung ins Spiel, sollten die US-Verbraucherpreise für Juni am Nachmittag anhaltenden Preisdruck zeigen. Der DAX gab daraufhin 0,8 Prozent auf 24.908 Punkte nach, der Euro-Stoxx-50 verlor rund 0,9 Prozent. Reise- und Freizeitwerte wie Fraport, TUI und Lufthansa traf es wegen der geopolitischen Nähe zum Nahost-Konflikt besonders deutlich.

Berichtssaison sorgt für Ausschläge

Neben der Makro-Gemengelage bestimmen Quartalszahlen das Bild am deutschen Aktienmarkt. Evotec brach nach einer deutlichen Senkung der Jahresziele um fast 29 Prozent ein und markierte den tiefsten Stand seit rund zehn Jahren – der Wirkstoffentwickler rechnet nun mit einem Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro und einem operativen Verlust, statt der zuvor avisierten schwarzen Zahlen. Vossloh verlor nach einer Prognosenkung für das Gesamtjahr rund neun Prozent, obwohl das Halbjahresergebnis selbst etwas besser als erwartet ausfiel.

Auf der Gewinnerseite überraschte Traton mit einem operativen Ergebnis von 957 Millionen Euro, deutlich über den Analystenschätzungen. Drägerwerk verdreifachte den operativen Gewinn im ersten Halbjahr und hob die Jahresprognose an. Hapag-Lloyd legte nach einer kräftigen Anhebung der Ergebnisprognose um 6,6 Prozent zu, während Salzgitter nach einer Kurszielanhebung von Jefferies auf 66 Euro rund sechs Prozent gewann.

Am Nachmittag rückt die US-Berichtssaison in den Blick: Um die Mittagszeit legen unter anderem Bank of America, JPMorgan, Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup ihre Zahlen vor. Kurz zuvor, um 14.15 Uhr, liefert der ADP-Beschäftigungsindikator weitere Signale zum US-Arbeitsmarkt, bevor um 14.30 Uhr die Verbraucherpreise für Juni die Zinserwartungen neu justieren dürften. Bleibt der DAX unter der 25.000-Punkte-Marke, könnte sich die laufende Korrektur nach Einschätzung von Marktbeobachtern beschleunigen.

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