Die Öffnung der Straße von Hormus bescherte dem DAX einen versöhnlichen Wochenabschluss. Fallende Ölpreise und nachlassende geopolitische Spannungen trieben den deutschen Leitindex am Freitag um 2,27 Prozent nach oben. Jetzt wechselt der Markt das Spielfeld. Geopolitik tritt in den Hintergrund, Bilanzen und Notenbanken übernehmen das Kommando.
Mit einem Schlusskurs von 24.702 Punkten verzeichnete das Barometer ein starkes Wochenplus. Damit notiert der Index wieder komfortabel über der viel beachteten 200-Tage-Linie.
Der April glich bislang einer Achterbahnfahrt. Zunächst drückten drohende US-Zölle die Kurse zeitweise unter die Marke von 19.000 Punkten. Die vorläufige Aussetzung der Abgaben zündete anschließend eine massive Erholung. Auf Jahressicht steht nun wieder ein leichtes Plus von 0,66 Prozent auf der Anzeigetafel.
Zinswende fällt aus
Im Hintergrund verschieben sich parallel dazu die fundamentalen Rahmenbedingungen. Die Europäische Zentralbank hält den Einlagensatz vorerst bei 2,0 Prozent. Die Folgen des Iran-Konflikts zwingen die Währungshüter zur Anpassung ihrer Prognosen: Für das laufende Jahr rechnet die EZB nun mit 2,6 Prozent Inflation bei lediglich 0,9 Prozent Wirtschaftswachstum. Zinssenkungen rücken in weite Ferne. Die Finanzmärkte preisen stattdessen bis Jahresende ein bis zwei Zinsanhebungen ein.
In der neuen Handelswoche richtet sich der Blick auf konkrete Unternehmens- und Wirtschaftsdaten. Ein dichter Kalender diktiert den Takt:
- 21. April: Start der Hannover Messe mit Fokus auf industrielle Künstliche Intelligenz.
- 25. April: Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex als wichtiger Frühindikator.
- 29. April: Quartalszahlen der Deutschen Bank sowie US-BIP-Daten.
- 30. April: EZB-Zinsentscheidung und anschließende Pressekonferenz.
Charttechnik signalisiert Potenzial
Charttechnisch hat sich die Lage durch den jüngsten Anstieg deutlich aufgehellt. Die Bollinger-Bänder weiten sich aus und signalisieren Raum für weitere Aufwärtsbewegungen. Das nächste konkrete Hindernis auf der Oberseite markiert das Tageshoch von Anfang März bei 24.892 Punkten. Bricht der Index über diesen Widerstand aus, rückt das 52-Wochen-Hoch bei 25.420 Zählern als nächstes Ziel auf die Agenda.
