Der DAX hat am Freitag eine klare Botschaft gesendet: Die 25.000-Punkte-Marke hält nicht. Nach einem schwachen Handelstag schloss der deutsche Leitindex bei 24.671 Punkten — ein Minus von 1,29 Prozent gegenüber dem Vortag.
Der Druck kam von mehreren Seiten. Nachlassende KI-Euphorie, schwache Halbleiterwerte und ein angespannter Autokomplex zogen den Index nach unten. Schon zur Eröffnung startete der DAX mit einem Minus von 0,59 Prozent. Das Tageshoch bei knapp 24.870 Punkten wurde nicht für eine Erholung genutzt. Im weiteren Verlauf rutschte der Index bis auf 24.548 Punkte.
Verlierer ziehen den Index deutlich nach unten
Das Bild war eindeutig: Wenige Gewinner, viele Verlierer. SAP legte 2,16 Prozent zu, Beiersdorf und Adidas folgten mit je rund 2,1 Prozent.
Auf der anderen Seite war der Druck massiv. Zalando fiel um 6,32 Prozent auf 24,92 Euro. Siemens Energy verlor 5,84 Prozent auf 153,92 Euro. Infineon gab 4,52 Prozent nach und schloss bei 78,30 Euro. Volkswagen fiel um 3,91 Prozent, Mercedes-Benz um 2,91 Prozent.
Das Muster war klar: Defensive Konsumtitel und Software hielten sich. Halbleiter, Energietechnik und Autos wurden verkauft. Besonders schwer wog, dass Siemens Energy und Infineon zu den umsatzstärksten Titeln des Tages zählten — mit 534 Millionen Euro beziehungsweise 376 Millionen Euro Handelsvolumen.
Technisch auf der Kippe
Der RSI liegt bei 48,3 — weder überkauft noch überverkauft, aber mit Abwärtstendenz. Der DAX notiert nur knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.604 Punkten. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 24.278 Punkten beträgt der Abstand gerade noch 1,6 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht kaum mehr als ein halbes Prozent Plus zu Buche. Vom 52-Wochenhoch bei 25.508 Punkten, erreicht im Januar, fehlen 3,3 Prozent.
Makro und Wall Street geben wenig Rückenwind
Die Wall Street lieferte keinen Trost. Der S&P 500 schloss praktisch unverändert, der Nasdaq gab 0,24 Prozent nach. Rückgänge bei KI- und Chipwerten bremsten auch den US-Markt.
Rohstoffe sendeten gemischte Signale. Brent-Öl fiel auf 72,95 US-Dollar je Barrel — ein leicht inflationsdämpfendes Signal. Gold stieg auf rund 4.084 US-Dollar je Feinunze, was eher für vorsichtigere Risikoallokation spricht.
In der neuen Woche werden mehrere Datenpunkte relevant. Am Montag kommen EWU-Geldmenge und Wirtschaftsvertrauen, am Dienstag die vorläufige deutsche Inflationsrate, am Mittwoch der Caixin-PMI aus China sowie die europäische HVPI-Schätzung. Den Abschluss machen am Donnerstag die US-Arbeitsmarktdaten. Hält das Tagestief bei 24.548 Punkten nicht, rückt die Zone um 24.300 Punkte — nahe dem 100- und 200-Tage-Durchschnitt — als nächste Orientierung in den Blick.
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