Der DAX beendet die Woche mit einem spürbaren Rücksetzer. Am Freitag verlor der Leitindex 2,07 Prozent. Er schloss bei exakt 23.950 Punkten. Damit rutschte das Barometer erstmals seit Wochen unter die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Zählern. Aufflammende Inflationssorgen in den USA trafen auf massive Gewinnmitnahmen im Industriesektor.
Der Verkaufsdruck baute sich im Tagesverlauf kontinuierlich auf. Negative Impulse von der Wall Street beschleunigten den Abwärtstrend am Nachmittag. Das Handelsvolumen lag deutlich über dem Durchschnitt der Vortage. Breite institutionelle Verkäufe prägten das Bild. Zyklische Werte und Bauzulieferer führten die Verliererliste an.
Besonders hart traf es HeidelbergCement. Die Aktie sackte um über sieben Prozent ab. Schwergewichte wie Siemens und MTU Aero Engines verloren jeweils knapp fünf Prozent. Sie zogen den Gesamtindex stark nach unten.
Überkaufter Markt sucht Halt
Ein Blick auf die Indikatoren liefert technischen Kontext. Der Relative-Stärke-Index steht aktuell bei extrem hohen 82,7 Punkten. Das signalisiert eine stark überkaufte Marktsituation. Die Folge: eine überfällige Korrektur. Der DAX notiert nun knapp über seiner 50-Tage-Linie bei rund 23.728 Zählern.
Seit Jahresanfang steht nun ein Minus von 2,40 Prozent auf der Anzeigetafel. Charttechnisch testet der Index aktuell eine Unterstützungszone knapp unter 23.900 Punkten. Bricht diese Marke, rückt das Februartief bei etwa 23.680 Zählern in den Fokus der Bären.
Tech-Zahlen und Konjunkturdaten
In der neuen Woche stehen wichtige Termine im Kalender. Am Dienstag blicken Anleger auf die Hauptversammlung der Deutschen Bank. Zudem präsentiert Hornbach neue Zahlen. Zuvor liefert Ryanair am Montag Einblicke in die Dynamik des Reisesektors.
Das globale Highlight folgt am Mittwochabend. Nvidia veröffentlicht seine Quartalsergebnisse nach US-Börsenschluss. Der KI-Konzern gilt als Taktgeber für die gesamte Tech-Branche. Seine Zahlen dürften auch die Kurse deutscher Technologiewerte wie SAP oder Infineon stark bewegen.
Am Donnerstag rückt die Makroökonomie in den Vordergrund. Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone stehen an. Analysten erhoffen sich Signale für ein Ende der wirtschaftlichen Stagnation. Parallel dazu veröffentlichen die USA neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Fallen diese Konjunkturdaten unerwartet stark aus, könnte das die Zinsangst der Investoren weiter anheizen.
