Der deutsche Leitindex beendet die Woche mit einem klaren Dämpfer. Am Freitag rutschte der DAX um 1,29 Prozent ab und schloss bei 24.671 Punkten. Defensive Werte boten zwar etwas Halt. Die Schwäche bei Technologie- und Autowerten zog den Markt jedoch unweigerlich nach unten.
SAP stützt, Zalando und Tech belasten
Die Marktbreite sprach eine deutliche Sprache. Nur 14 DAX-Titel verbuchten Kursgewinne. An der Spitze stand SAP mit einem Plus von über zwei Prozent. Auch defensive Schwergewichte wie Beiersdorf und Henkel legten zu. Diese Gewinne verpufften allerdings angesichts der breiten Verkaufswelle.
Besonders hart traf es zyklische Papiere. Zalando brach um über sechs Prozent ein, während Siemens Energy als einer der größten Verlierer ebenfalls rund sechs Prozent abgab. Auch der Technologiesektor schwächelte spürbar. Infineon gab mehr als vier Prozent nach. Globale Halbleiterwerte litten unter Gewinnmitnahmen nach der jüngsten KI-Rallye.
Die Autoindustrie lieferte ebenfalls keine positiven Impulse. Papiere von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW gaben zwischen drei und vier Prozent nach. Parallel dazu stieg die Nervosität der Anleger. Der Volatilitätsindex VDAX-NEW kletterte um 3,5 Prozent. Die Folge: Investoren sichern sich zunehmend gegen weitere Kursverluste ab.
Wichtige Chartmarken rücken in den Fokus
Trotz des schwachen Freitags behauptet der DAX auf Jahressicht ein leichtes Plus von 0,54 Prozent. Der neutrale RSI-Wert von 48,3 zeigt momentan keine extreme Überverkauf-Situation an. Charttechnisch wird es nun spannend. Der Index notiert nur noch hauchdünn über seiner 50-Tage-Linie, die aktuell bei 24.603 Punkten verläuft.
Fällt der DAX unter diesen Durchschnitt, droht ein Test des Freitagstiefs bei 24.547 Punkten. Bricht auch diese Unterstützung, rückt die Marke von 24.500 Punkten ins Visier. Auf der Oberseite blockiert das Freitagshoch den Weg. Erst über 24.869 Punkten hellt sich das kurzfristige Bild wieder auf.
Konjunkturdaten bestimmen die neue Woche
Das makroökonomische Umfeld stützte die defensive Haltung der Investoren. Der Goldpreis stieg um 1,55 Prozent auf knapp 4.090 US-Dollar. Rohöl der Sorte Brent verbilligte sich hingegen. Ein festerer Eurokurs bremste zusätzlich die Fantasie für exportstarke deutsche Unternehmen.
Am morgigen Montag fehlen neue Impulse aus dem laufenden Handel. Ab Dienstag rücken dann frische Konjunkturdaten in den Mittelpunkt. Deutschland veröffentlicht vorläufige Inflationszahlen für den Juni sowie aktuelle Arbeitsmarktdaten. Am Mittwoch folgt der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe. Diese Zahlen liefern entscheidende Hinweise für den nächsten Zinsschritt der Europäischen Zentralbank.
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