Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran hat am Mittwoch die Finanzmärkte förmlich aufgeweckt. Der DAX schoss um rund 4,6 Prozent nach oben und übersprang dabei die Marke von 24.000 Punkten — ein Kursgewinn von über 1.000 Punkten innerhalb weniger Stunden.
Der Auslöser: Straße von Hormus wieder offen
Die in der Nacht vereinbarte Feuerpause sieht eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen vor und öffnet die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels fließt. Die Reaktion an den Rohstoffmärkten war unmittelbar: Der Brent-Rohölpreis sackte um rund 14 Prozent auf etwa 90 Dollar je Barrel ab. Sinkende Energiepreise dämpfen den Inflationsdruck — und genau das ist es, was Anleger in den vergangenen Wochen am meisten beunruhigt hatte.
Die Erleichterung war an der Frankfurter Börse kaum zu übersehen. Besonders gefragt waren zyklische Werte und Finanzaktien. Infineon Technologies führte die Gewinnerliste mit einem Plus von knapp 11 Prozent an, Siemens Energy legte rund 10 Prozent zu. Commerzbank und Heidelberg Materials kletterten ebenfalls um etwa 9 bis 10 Prozent. Auch Volkswagen, Adidas und SAP gehörten mit Aufschlägen zwischen 5 und 8 Prozent zu den Profiteuren des Tages.
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Verlierer im Freudenrausch
Nicht alle DAX-Mitglieder profitierten von der Aufbruchsstimmung. Deutsche Börse verlor mehr als 3 Prozent — die Logik dahinter: In turbulenten Marktphasen profitiert die Börseninfrastruktur von hohen Handelsvolumina, in ruhigeren Zeiten schwindet dieser Effekt. Auch Energieversorger wie RWE und E.ON sowie der Chemiekonzern BASF gaben nach, da der Ölpreisrückgang ihre Kalkulationen direkt belastet.
Wirtschaftsdaten im Hintergrund
Abseits der geopolitischen Schlagzeilen lieferte der Mittwoch auch einige konjunkturelle Signale. Deutschlands Auftragseingang in der Industrie wuchs im Februar um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat — nach einem drastischen Rückgang von 11,1 Prozent im Januar. Der Aufschwung kam vor allem aus der Automobilbranche. Analysten hatten allerdings ein Plus von 3 Prozent erwartet, sodass die Erholung schwächer ausfiel als erhofft. Im Bausektor zog der Einkaufsmanagerindex immerhin von 43,7 auf 48,0 Punkte an, bleibt damit aber weiterhin im Schrumpfungsbereich unterhalb der Wachstumsschwelle von 50.
Die Frage, die viele Marktteilnehmer nun beschäftigt: Trägt der Waffenstillstand, der vorerst auf zwei Wochen angelegt ist, oder drohen nach Ablauf der Frist neue Spannungen im Nahen Osten? Bis dahin dürften Gewinnmitnahmen nach dem rasanten Anstieg nicht ausbleiben.
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