RBC stellt sich gegen die jüngere Marktskepsis bei Daimler Truck. Die kanadische Bank hält an ihrer positiven Einschätzung fest und sieht Spielraum bis 50 Euro je Aktie. Der Kurs notiert am Montagmittag bei 39,12 Euro. Das ist kein kleiner Abstand.
Nordamerika als Hebel
Der Kern der Argumentation sitzt in Nordamerika. Analyst Nick Housden verweist auf jüngste Investorenveranstaltungen in Kanada und leitet daraus die Erwartung einer kurzfristigen zyklischen Erholung ab. Belastend wirkten zuletzt schwächere US-Absätze und die Unsicherheit rund um Zölle.
RBC hält diese Risiken offenbar für eingepreist. Die Aktie wirke nach dem Rückgang der vergangenen Monate „anspruchslos“, so die Bank. Damit meint sie vor allem: Das Bewertungsniveau erscheint niedrig genug, um Enttäuschungen bereits zu reflektieren, während eine operative Erholung noch Spielraum nach oben lässt.
Auch Europa bleibt im Blick. Dort setzt der Analyst auf mittelfristige Effizienzgewinne und eine schlankere Kostenbasis. Es geht also nicht nur um den Konjunkturzyklus, sondern auch um hausgemachte Verbesserungen im Geschäft.
Kursbild bleibt angeschlagen
Am Markt kommt die positive Studie bislang nur begrenzt an. Die Aktie verliert heute 1,71 Prozent und steht auf Wochensicht 2,90 Prozent tiefer. Über 30 Tage liegt das Minus bei 10,38 Prozent.
Technisch wirkt das Bild gemischt. Der Kurs liegt knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 39,20 Euro, aber klar unter den kürzeren Trendlinien. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt rund 6,85 Prozent.
Operative Signale sollen stützen
Parallel dazu setzt Daimler Truck auf einen sichtbaren Technologiebeweis. Mercedes-Benz Trucks kündigte an, den eActros 600 im Herbst 2026 auf eine Weltumrundung zu schicken. Die Route soll mehr als 45.000 Kilometer durch über 35 Länder führen.
Das Projekt soll die Langstreckentauglichkeit des elektrischen Antriebs zeigen. Maximal 80 Ladevorgänge sind dafür vorgesehen. Für den Kapitalmarkt ist das vor allem ein Signal, dass der Konzern bei der Elektrifizierung nicht nur Ankündigungen liefert, sondern konkrete Einsatzszenarien aufbaut.
Am Kursbild ändert das zunächst wenig. Der eigentliche Test kommt in Nordamerika. Dort dürfte sich zeigen, ob die erhoffte zyklische Erholung schneller greift als bislang im Markt eingepreist.
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