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Daimler Truck Aktie: Rally trotz Gegenstimme

Daimler Truck profitiert von US-Zollanerkennung und hebt Prognose an, während Bernstein Research den Aktienkurs kritisch sieht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Zollvorteil für Daimler Truck genehmigt
  • Jahresprognose deutlich nach oben korrigiert
  • Bernstein sieht Aktie unterbewertet
  • Traton-Aktie erreicht neues Rekordhoch

Während die Anleger bei Daimler Truck an diesem Donnerstag Kursfeuerwerk feiern, hält ein US-Analysehaus mit einem deutlich negativeren Blick dagegen. Bernstein Research sieht das Papier bei 37 Euro fair bewertet – gut 8 Euro unter dem aktuellen Kurs. Der Widerspruch zwischen Marktstimmung und Analystenskepsis wirft die Frage auf, wer hier richtig liegt.

Auslöser der Rally ist eine handfeste Nachricht: Das US-Handelsministerium hat den Antrag von Daimler Truck auf Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen genehmigt, mit Wirkung zum 1. November 2025. Das verschafft dem Nutzfahrzeugkonzern Vorteile bei den Zollregelungen und stützt die Absatzaussichten in Nordamerika. Der Konzern reagierte prompt und hob die Jahresprognose an.

Höheres Ziel, schwächeres Quartal

Der neuen Zielspanne zufolge soll das bereinigte Ebit 2026 zwischen 3,6 und 4,1 Milliarden Euro liegen, jeweils 400 Millionen Euro mehr als bisher avisiert. Beim Umsatz im Industriegeschäft wurde die Spanne auf 43 bis 47 Milliarden Euro angehoben. Das Mittel der neuen Ebit-Prognose übertrifft damit die durchschnittliche Analystenschätzung.

Das zweite Quartal selbst fiel dagegen schwächer aus als erhofft. Das bereinigte Ebit sank um ein Viertel auf 838 Millionen Euro, der Umsatz im Industriegeschäft rutschte von 11,8 auf 11,4 Milliarden Euro. Bernstein-Analyst Harry Martin verwies auf ein um fünf Prozent unter Konsens liegendes operatives Ergebnis und machte dafür vor allem zu hohe Erwartungen an das Nordamerika-Geschäft verantwortlich.

Jefferies-Analyst Michael Aspinall zeichnete ein optimistischeres Bild. Er lobte die bereinigte Umsatzrendite in Nordamerika von 8,4 Prozent – trotz rund 2.000 wegen Zulieferverzögerungen verschobener Fahrzeuge. Ohne diesen Effekt hätte die Marge nach seiner Einschätzung sogar bei etwa 9 Prozent gelegen. Für 2027 rechnet er mit weiterem Wachstum in Nordamerika, getragen von Marktdynamik und günstigen Abgasregeln.

Auch Traton profitiert

Die Zoll-Entscheidung strahlte am Vormittag auch auf den Wettbewerber Traton aus, dessen Aktie zeitweise um bis zu sieben Prozent zulegte und ein Rekordhoch markierte. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi hob dabei die verbesserte Effizienz des Konzerns hervor. Die Daimler-Truck-Aktie selbst näherte sich mit dem Kurssprung ihrem bisherigen Rekordhoch aus dem April 2024 und durchbrach dabei die Marke von 45 Euro, an der sie sich seit Anfang 2025 wiederholt die Zähne ausgebissen hatte.

Ob der optimistische Ausblick trägt, zeigt sich spätestens am 7. August. Dann veröffentlicht Daimler Truck die vollständigen Quartalsergebnisse – inklusive Details zu den verschobenen Fahrzeugauslieferungen und deren Effekt auf die zweite Jahreshälfte.

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Diskussion zu Daimler Truck

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.