Während sich der breite Tech-Sektor von seinem jüngsten Ausverkauf erholt, richten Prognosemarkt-Händler ihren Blick bereits auf ein ganz anderes Szenario: eine mögliche Beteiligung der US-Regierung an D-Wave Quantum. Zwei Entwicklungen prägen damit aktuell das Bild — die Erholung nach einem branchenweiten Kursrutsch und Spekulationen über einen staatlichen Einstieg.
Sektorweiter Ausverkauf ohne konkreten Auslöser
Am Dienstag erwischte es die gesamte Quantencomputer-Branche gleichermaßen. D-Wave Quantum sackte um 6,65 Prozent auf 21,06 US-Dollar ab, ohne dass ein unternehmensspezifischer Grund erkennbar war. Auch IonQ, Rigetti Computing, Quantum Computing Inc. und Infleqtion gerieten im selben Ausmaß unter Druck — die Breite der Bewegung sprach eher für eine Sektor- als für eine Einzeltitel-Geschichte.
Am Mittwoch dreht sich das Bild zumindest zeitweise. D-Wave Quantum legt an der NYSE stellenweise 1,19 Prozent auf 21,31 US-Dollar zu, nachdem die Aktie vorbörslich noch im Minus notiert hatte. Auch IonQ und Rigetti können sich der Erholung anschließen, nachdem beide Titel zunächst dem schwachen Sentiment bei KI- und Chipwerten gefolgt waren.
Der Auslöser für die Schwankungen liegt weniger in D-Wave selbst als in der Kopplung an das breitere KI- und Halbleiter-Segment. Quantentitel werden häufig wie hoch bewertete Wachstumswerte gehandelt — steigt die Risikobereitschaft, profitieren sie überproportional, kühlt sich der Technologiehandel ab, trifft es sie ebenso schnell. Die meisten Unternehmen der Branche stehen noch am Anfang der Kommerzialisierung, was die Kurse besonders empfindlich für Stimmungswechsel macht.
Prognosemarkt sieht Staatsbeteiligung als wahrscheinlich
Parallel zur Kursbewegung nimmt eine andere Diskussion Fahrt auf: Auf der Handelsplattform Kalshi sehen Trader die Wahrscheinlichkeit bei über 60 Prozent, dass die US-Regierung noch in diesem Jahr eine Beteiligung an D-Wave Quantum oder Rigetti Computing eingeht — auch der Halbleiterhersteller GlobalFoundries wird in diesem Zusammenhang gehandelt. Grundlage der Spekulation ist eine Ankündigung des US-Handelsministeriums vom Mai, wonach neun Unternehmen aus dem Quantencomputing-Bereich Fördergelder von insgesamt 2 Milliarden Dollar erhalten sollen. Das National Institute of Standards and Technology kündigte dabei an, jeweils eine nicht-kontrollierende Minderheitsbeteiligung an den geförderten Firmen zu übernehmen.
Eine offizielle Bestätigung für eine konkrete Kapitalbeteiligung an D-Wave Quantum liegt bislang nicht vor — die Kalshi-Quoten spiegeln lediglich Markterwartungen wider, kein bestätigtes Regierungshandeln. Ob sich diese Spekulation in den kommenden Wochen zu einer offiziellen Ankündigung verdichtet, dürfte auch davon abhängen, wie sich die Debatte um staatliche Beteiligungen an strategischen Technologiefirmen — etwa im Fall Intel — weiterentwickelt.
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