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D-Wave Quantum Aktie: Trügt der Analysten-Optimismus?

Zwei Analysehäuser reduzierten ihre Kursziele; D-Waves Quartalszahlen für den 10. November 2026 stehen noch aus.

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Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wedbush senkte das Kursziel auf 30 Dollar
  • B. Riley reduzierte die Zielmarke auf 27 Dollar
  • Stride-Solver fand schneller bessere Lösungen
  • Quartalszahlen für den 10. November angekündigt

D-Wave Quantum gewann am Freitag 19% im Sog der Quantenbranche. Medienberichten zufolge stützten IonQs Quartalszahlen und die angehobene Umsatzprognose die Bewegung. Für mich wiegen vor den angekündigten D-Wave-Zahlen allerdings die gesenkten Analystenziele schwerer: Sie sprechen für vorsichtigere Erwartungen, auch wenn die positiven Anlageurteile erhalten blieben.

Das ist der entscheidende Gegensatz für Anleger. Die Branchenstimmung liefert Rückenwind, während zwei Analysehäuser ihre Zielmarken zurückgenommen haben. Meine Haltung fällt deshalb zurückhaltend aus, solange die anstehenden Geschäftszahlen keine Grundlage für eine günstigere Einschätzung liefern.

Positive Urteile mit niedrigeren Zielmarken

Wedbush senkte am Mittwoch das Kursziel für D-Wave Quantum von 37 $ auf 30 $. Das Haus behielt seine Einstufung „Outperform“ bei. Die Kombination enthält eine klare Abstufung: positiv beim grundsätzlichen Urteil, vorsichtiger beim angesetzten Kurspotenzial.

Für mich verdient gerade diese Abstufung Aufmerksamkeit. Eine unveränderte positive Einstufung spricht für das Unternehmen, sofern sich die zugrunde liegenden Erwartungen erfüllen. Die niedrigere Zielmarke mahnt zugleich zur Zurückhaltung bei der Bewertung. Wer allein auf das positive Urteil schaut, gewichtet die Korrektur aus meiner Sicht zu gering.

Bereits am 2. November hatte Craig Ellis von B. Riley Securities das Kursziel von 40 $ auf 27 $ reduziert. Auch hier blieb die Kaufempfehlung bestehen.

Beide Analystenaktionen weisen damit in dieselbe Richtung. Das macht die Kurszielsenkungen für mich zum wichtigeren Signal als die unveränderten Empfehlungen. Für eine belastbarere positive Einschätzung brauche ich operative Argumente, die das Vertrauen hinter diesen Empfehlungen tragen können.

Produktfortschritt als konkreter Prüfstein

Ein solches Argument könnte die technische Entwicklung liefern, sofern daraus geschäftlicher Nutzen entsteht. D-Wave kündigte am Mittwoch Verbesserungen seines hybriden Stride-Solvers an. Nach Unternehmensangaben fand die verbesserte Version in Vergleichstests innerhalb von 15 Sekunden bessere Lösungen als die Vorgängerversion innerhalb von 120 Sekunden.

Das spricht aus meiner Sicht für die Produktentwicklung, sofern sich der Vorteil unter praktischen Einsatzbedingungen bewährt. Gerade die Verbindung von besseren Ergebnissen und kürzerer Rechenzeit ist ein nachvollziehbarer Ansatzpunkt für eine positive Einschätzung. Den Vergleichstest würde ich deshalb stärker gewichten als allgemeine Begeisterung für die Quantenbranche.

D-Wave startete außerdem einen Lernpfad zur angewandten Quantenoptimierung mit drei Kursen. Ich sehe darin eine sinnvolle Ergänzung des Produktfortschritts, sofern das Angebot die praktische Nutzung erleichtert.

Für Anleger liegt der interessante Zusammenhang damit zwischen Leistungsfähigkeit und Anwendung. Der Solver liefert einen konkreten technischen Anhaltspunkt. Der Lernpfad adressiert den Umgang mit der Technologie. Beides spricht für D-Waves Entwicklungsarbeit, sofern Anwender daraus einen praktischen Vorteil ziehen können.

Die Zahlen müssen die Zuversicht tragen

D-Wave hat die Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 10. November 2026 vor Börsenbeginn angekündigt. Für meine Bewertung ist dieser Termin der nächste entscheidende Prüfstein.

Ich würde dabei besonders darauf achten, wie überzeugend die Geschäftsentwicklung die positiven Analystenurteile stützt. Je stärker die Ergebnisse diese Zuversicht tragen, desto mehr Gewicht verdient auch der technische Fortschritt in der Bewertung. Fallen die geschäftlichen Argumente schwächer aus, sprechen die gesenkten Kursziele für größere Vorsicht.

Unterm Strich überwiegt für mich vor der Veröffentlichung die Zurückhaltung. D-Wave bietet konkrete technische Fortschritte und weiterhin positive Analystenurteile. Eine günstigere Haltung erscheint mir aber erst gerechtfertigt, wenn die Geschäftszahlen dazu passen. Der Branchenrückenwind verbessert die Stimmung; für dauerhaftes Vertrauen sollten die eigenen Ergebnisse den Ausschlag geben.

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Diskussion zu D-Wave Quantum

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.