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D-Wave Quantum Aktie: Nasdaq Verafin prüft Quantentechnik für Finanzkriminalität

D-Wave verfehlt beim Quartalsverlust die Erwartungen, überzeugt aber mit starken Buchungen und neuen Großkunden wie AT&T.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz stagniert, Verlust sinkt
  • Buchungen steigen um 1120 Prozent
  • AT&T und Nasdaq als Partner
  • Börsenwechsel zur Nasdaq vollzogen

Der kanadisch-amerikanische Quantencomputer-Spezialist D-Wave Quantum hat am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt – und liefert damit Stoff für gegensätzliche Einschätzungen der Wall Street. Der Umsatz blieb mit 3,1 Millionen Dollar praktisch auf Vorjahresniveau, während der GAAP-Verlust pro Aktie von 0,55 auf 0,13 Dollar schrumpfte. Analysten hatten im Konsens jedoch nur 0,10 Dollar Verlust je Aktie erwartet – ein Fehlbetrag von rund 30 Prozent gegenüber den Schätzungen. Positiver Lichtblick: Die Buchungen im ersten Halbjahr kletterten auf 35,5 Millionen Dollar, ein Plus von über 1.120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, die noch nicht realisierten Auftragsbestände (Remaining Performance Obligations) erreichten 40,7 Millionen Dollar, ein Anstieg um 668 Prozent.

Hinter der verbesserten Verlustkennziffer steckt vor allem ein bilanzieller Effekt: Eine um 142,0 Millionen Dollar geringere Neubewertung nicht zahlungswirksamer Warrant-Verbindlichkeiten drückte den GAAP-Verlust nach unten. Operativ zeigt sich ein anderes Bild. Der bereinigte EBITDA-Verlust weitete sich um 85 Prozent auf 37,1 Millionen Dollar aus, weil D-Wave stärker in Produktentwicklung und Vertrieb investierte. Der Halbjahresumsatz sank sogar um 67 Prozent auf 5,9 Millionen Dollar, da die Vorjahresbasis durch den Verkauf des ersten Annealing-Quantencomputersystems im Umfang von 13,7 Millionen Dollar aufgebläht war.

An der Börse zeigt sich die Aktie davon zuletzt unbeeindruckt. Das Papier notiert aktuell bei 17,18 Euro und legt am heutigen Freitag um 1,81 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober bleibt der Titel dennoch 57,50 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, wie stark die Bewertung von Quantencomputer-Werten in den vergangenen Monaten schwankte.

Canaccord senkt Ziel, Wedbush bleibt optimistisch

Die Reaktionen der Analysten fallen gemischt aus. Canaccord-Genuity-Analyst Kingsley Crane senkte sein Kursziel für D-Wave Quantum nach dem Quartalsbericht von 41 auf 35 Dollar, hält aber an seiner Kaufempfehlung fest. Die Kürzung signalisiert, dass selbst wohlwollende Beobachter die Umsatzschwäche und den ausgeweiteten operativen Verlust nicht ignorieren können. Erst wenige Tage zuvor hatte Wedbush die Coverage der Aktie aufgenommen und dabei eine Outperform-Einstufung vergeben, wie Medienberichten zufolge berichtet wurde. Beide Einschätzungen datieren aus den ersten Augusttagen und markieren damit den jüngsten Stand der Wall-Street-Meinung zu dem Titel.

Großkunden treiben das Geschäft

Während die Finanzkennzahlen Fragen aufwerfen, mehren sich die kommerziellen Anknüpfungspunkte. Ende Juli vereinbarte AT&T eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit D-Wave, um Optimierungsprobleme im eigenen Netzbetrieb zu lösen. In einer frühen Anwendung reduzierte der Telekomkonzern die Verarbeitungszeit für eine Netzwerk-Optimierungsaufgabe von rund einer Stunde auf weniger als 15 Sekunden. AT&T plant, die Technologie künftig auch für Ausfallerkennung, Techniker-Routing, Netzausbauplanung und Verkehrsmanagement zu prüfen.

Nur wenige Tage später, am 3. August, gab D-Wave eine Kooperation mit Nasdaq Verafin bekannt. Ziel ist die Prüfung, ob sich annealing-basierte Quantencomputertechnologie zur Erkennung von Finanzkriminalität einsetzen lässt – etwa bei der Analyse komplexer Muster in Transaktionsdaten, Kontobeziehungen und Gegenparteinetzwerken. Nasdaq Verafin bedient nach eigenen Angaben mehr als 2.800 Finanzinstitute mit einem gemeinsamen Vermögen von 13 Billionen Dollar. Marktkommentaren zufolge reagierte die Aktie damals mit Kursgewinnen auf die Meldung.

Forschungserfolg und Börsenwechsel

Auch technologisch meldete das Unternehmen Fortschritte. Am 5. August veröffentlichte D-Wave in der Fachzeitschrift Nature Forschungsergebnisse zu einem Zwei-Qubit-Verschränkungsgatter für seine Dual-Rail-Erasure-Qubit-Architektur, die die Effizienz der Quantenfehlerkorrektur verbessern soll. Die Zwei-Qubit-Operationen erreichten dabei eine Genauigkeit von rund 99,9 Prozent bei Gatterzeiten von etwa 500 Nanosekunden, bei gleichzeitig nativer Fehlererkennung auf Hardware-Ebene.

Organisatorisch vollzog D-Wave zudem einen Wechsel des Börsenplatzes: Die Notierung wechselte Ende Juli von der New York Stock Exchange zur Nasdaq, der Handel unter dem unveränderten Kürzel QBTS begann am 27. Juli. Das Unternehmen erklärte, alle Nasdaq-Listing-Voraussetzungen zu erfüllen und keine Handelsunterbrechung erwartet zu haben. Anfang Juli war D-Wave zudem als eines von nur zwei Unternehmen in die Leaders-Kategorie der IDC MarketScape-Bewertung für Quantencomputing 2026 aufgenommen worden. Die nächsten Quartalszahlen werden laut Analystenkonsens für den 5. November erwartet.

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Diskussion zu D-Wave Quantum

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.