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D-Wave Quantum Aktie: Nasdaq Verafin prüft Quantencomputer

D-Wave kooperiert mit Nasdaq Verafin gegen Finanzkriminalität, wechselt zur Nasdaq und meldet Rekordbuchungen trotz gesenkter Kursziele.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kooperation mit Nasdaq Verafin gestartet
  • Börsenwechsel von NYSE zur Nasdaq
  • Buchungen steigen um über 1.120 Prozent
  • Analysten senken Kursziele trotz Kaufempfehlungen

D-Wave Quantum baut sein Geschäft mit kommerziellen Partnern weiter aus. Am Montag gab das Unternehmen eine Vereinbarung mit Nasdaq Verafin bekannt, die den Einsatz von Quantencomputing zur Bekämpfung von Finanzkriminalität prüfen soll. Der Schritt reiht sich in eine Serie von Nachrichten ein, die den Quantencomputer-Anbieter seit Wochen begleiten – von einem Notierungswechsel bis zu frisch überarbeiteten Analystenzielen.

Kooperation mit Nasdaq Verafin

Die Zusammenarbeit startet mit einem Proof-of-Concept, bei dem D-Wave seine annealing-basierte Quantum-Hybrid-Technologie einsetzt, um maschinelle Lernsysteme zu unterstützen. Ziel ist es, ungewöhnliches Verhalten zu erkennen, das auf Betrug, Betrugsmaschen oder Geldwäsche hindeutet. Nasdaq Verafin will dabei komplexe Zusammenhänge in Kontoaktivitäten, Transaktionsmustern und Netzwerken von Gegenparteien untersuchen. Für D-Wave ist es ein weiterer Beleg dafür, dass sich das Unternehmen abseits reiner Forschungsprojekte in konkreten Branchenanwendungen positionieren will – nach der zuvor bekannt gewordenen Ausweitung der Zusammenarbeit mit AT&T bei Netzwerk-Optimierungen vor gut einer Woche ein weiteres Beispiel für den Versuch, Quantencomputing aus dem Labor in produktive Umgebungen zu bringen.

Vom Big Board zur Nasdaq

Parallel dazu hat D-Wave seinen Börsenplatz gewechselt. Die Notierung der Stammaktien wurde freiwillig von der New York Stock Exchange an die Nasdaq übertragen, wirksam nach Handelsschluss am 24. Juli. Seit dem 27. Juli wird das Papier unter dem unveränderten Ticker QBTS an der Nasdaq gehandelt. Das Unternehmen erklärte, sämtliche Notierungsanforderungen der Nasdaq erfüllt zu haben, und rechnete nicht mit Störungen im Handel. Ein reiner Formalakt ist ein solcher Wechsel selten – er signalisiert oft den Wunsch, in einem Umfeld gehandelt zu werden, das stärker mit Technologie- und Wachstumswerten assoziiert wird.

Analysten kappen Kursziele trotz Rekord-Bookings

Die eigentliche Geschäftsentwicklung bleibt ambivalent. Am vergangenen Donnerstag hatte D-Wave Quartalszahlen vorgelegt, die die Erwartungen verfehlten – die Aktie legte seither um 6,2 Prozent zu. Gleichzeitig meldete das Unternehmen am Donnerstag für das erste Halbjahr Buchungen von 35,5 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von über 1.120 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie offene Auftragswerte von 40,7 Millionen US-Dollar, ein Plus von 668 Prozent. Rund 57 Prozent dieser Auftragswerte sollen nach Unternehmensangaben in den kommenden zwölf Monaten als Umsatz verbucht werden.

Diese Diskrepanz zwischen schwachem laufendem Umsatz und stark steigenden Buchungen spiegelt sich in den Reaktionen der Analysten wider. Canaccord-Analyst Kingsley Crane senkte am Donnerstag sein Kursziel für D-Wave Quantum von 41 auf 35 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei Kaufen. Jefferies reduzierte sein Kursziel im selben Zug von 45 auf 40 US-Dollar und empfiehlt die Aktie ebenfalls weiterhin zum Kauf. Weitere Häuser wie Evercore ISI und Rosenblatt Securities bestätigten am Donnerstag ihre Kaufempfehlungen, während Roth Capital das Kursziel auf 30 US-Dollar senkte. Wedbush hatte die Aktie bereits im Vorfeld der Quartalszahlen mit einer Outperform-Einstufung versehen.

Auf technologischer Seite untermauerte D-Wave seine langfristigen Ambitionen mit einer Roadmap für seine Annealing-Systeme: Über Mehrchip-Architekturen mit neuen Verpackungs- und supraleitenden Verbindungstechnologien soll die Qubit-Zahl bis 2029 auf rund 20.000 und bis 2031 auf 100.000 steigen. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 5. November angekündigt.

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt erholt: Am Freitag schloss das Papier bei 17,91 Euro, ein Plus von 6,16 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht summiert sich der Anstieg auf 14,37 Prozent. Angesichts der Diskrepanz zwischen mageren aktuellen Umsätzen und ambitionierten Auftrags- und Technologieversprechen bleibt die Bewertung des Unternehmens für Anleger eine Wette auf die Zukunft, nicht auf die Gegenwart.

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Diskussion zu D-Wave Quantum

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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