IonQ übernimmt SkyWater Technology für 1,8 Milliarden Dollar — und damit ausgerechnet jenen Chip-Hersteller, auf den D-Wave für seine supraleitenden Quantenprozessoren angewiesen ist. Was zunächst wie eine Branchennachricht klingt, trifft D-Wave an einem empfindlichen Punkt seiner Lieferkette.
Strategisches Risiko durch die SkyWater-Übernahme
SkyWater war bislang ein zentraler Fertigungspartner für D-Waves Chip-Produktion. Mit dem Abschluss der IonQ-Transaktion könnte sich das Verhältnis grundlegend verändern: Preisdruck, veränderte Produktionsprioritäten oder die Notwendigkeit, alternative Fertigungspartner aufzubauen, sind reale Szenarien.
Die Situation ist dabei besonders heikel, weil D-Wave und IonQ inzwischen auch im Regierungsgeschäft direkt konkurrieren. D-Wave hat im Dezember eine eigene Geschäftseinheit für nationale Sicherheit und Verteidigung gegründet — und bewirbt sich damit um dieselben staatlichen Aufträge wie IonQ, während es gleichzeitig von dessen künftiger Tochtergesellschaft abhängig sein könnte.
Bewertung und Verwässerung belasten die Aktie
Der Kurs steht heute bei 14,32 Dollar — rund 69 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 46,75 Dollar. Der Rückgang spiegelt eine breitere Marktbewegung wider: 2026 hat die Wall Street Technologiewerte mit hohen Bewertungsmultiples systematisch abgestraft.
Bei D-Wave ist die Bewertungsfrage besonders drängend. Das Unternehmen kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 5,3 Milliarden Dollar — bei einem Jahresumsatz von lediglich 24,6 Millionen Dollar in 2025. Das entspricht etwa dem 215-fachen des Umsatzes.
Hinzu kommt die Verwässerung. Die Aktienanzahl stieg innerhalb eines Jahres um 67 Prozent, getrieben durch mehrere ATM-Platzierungen. Eine im Januar 2026 eingereichte Shelf-Registration über 330 Millionen Dollar deutet auf weitere Ausgaben hin. Die Übernahme von Quantum Circuits Inc. für 550 Millionen Dollar schlug zusätzlich mit 300 Millionen Dollar in Aktien zu Buche.
Beim Umsatzmix fällt auf: Von den 24,6 Millionen Dollar entfielen 16,2 Millionen auf Systemverkäufe — also Einmalerlöse. Das wiederkehrende QCaaS-Geschäft, das Analysten besonders schätzen, steuerte lediglich 5,5 Millionen Dollar bei.
Starke Kasse, optimistische Analysten
Auf der Habenseite steht eine solide Liquiditätsbasis. D-Wave schloss das Geschäftsjahr mit 884,5 Millionen Dollar in Kasse und marktgängigen Wertpapieren — ein fast fünffacher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Buchungen von 32,8 Millionen Dollar in den Monaten Januar und Februar 2026 signalisieren eine anziehende Nachfrage.
Die Übernahme von Quantum Circuits macht D-Wave zum einzigen Unternehmen mit sowohl Annealing- als auch Gate-Modell-Technologie — ein Argument, das Kritikern bislang fehlte. Evercore ISI hält an seiner Outperform-Einstufung fest, senkte das Kursziel jedoch leicht von 44 auf 42 Dollar. Das durchschnittliche Kursziel von 13 Analysten liegt bei 37,40 Dollar, keiner empfiehlt den Verkauf.
Am 20. Mai legt D-Wave seine Quartalszahlen für Q1 2026 vor. Die Ergebnisse werden zeigen, ob das Buchungsmomentum aus dem Jahresauftakt anhält — und ob das Unternehmen auf die SkyWater-Problematik mit konkreten Alternativen antworten kann.
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