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D-Wave Quantum Aktie: Investorentag unter Druck

Wissenschaftliche Kontroverse um Quantenüberlegenheit belastet D-Wave-Aktie vor erstem Investorentag. CEO Baratz weist Vorwürfe zurück.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Studie stellt Quantenüberlegenheit von D-Wave infrage
  • Erster Investorentag an der NYSE am Montag
  • Aktie verliert nach starkem Anstieg an Wert
  • Buchungen steigen, Umsätze brechen ein

Ein wissenschaftlicher Streit überschattet den Start in die Woche bei D-Wave Quantum. Die Kontroverse um die Quantenüberlegenheit belastet die Aktie, während gleich mehrere Termine anstehen. Am Montag findet der erste Investorentag des Unternehmens statt.

Die Aktie notiert bei 25,80 Euro – mehr als doppelt so viel wie das Jahrestief, aber ein Drittel unter dem Hoch. Ihre Volatilität zählt zu den höchsten im Markt.

Der Supremacy-Streit

Forscher des Flatiron Institute und der Boston University veröffentlichten eine Studie in Science. Sie zeigten, dass ein klassischer Algorithmus die Ergebnisse von D-Waves Advantage2 reproduzieren kann. Das Unternehmen hatte diese zuvor als unerreichbar für klassische Rechner bezeichnet.

Ein Detail sorgte für Aufsehen: Der Forscher Joseph Tindall führte viele Berechnungen auf einem handelsüblichen Laptop durch.

D-Wave reagierte umgehend. Am 26. Mai veröffentlichte das Unternehmen eine formelle Stellungnahme: Die Behauptung, D-Waves Errungenschaft sei widerlegt, sei ungenau und werde durch die wissenschaftliche Literatur nicht gestützt.

CEO Alan Baratz räumte ein, dass die Flatiron-Arbeit ein bedeutender Fortschritt in der klassischen Simulation sei. Sie reproduziere aber nicht den vollen Umfang der veröffentlichen Science-Studie. Die Forscher hätten nicht dieselben Observablen berechnet und nicht die komplexesten Probleme getestet.

Der Markt reagierte dennoch verunsichert. Die Aktie verlor deutlich und schloss bei 27,82 Dollar. Zuvor war sie in zwei Tagen um fast 50 Prozent gestiegen.

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Investorentag als Richtungsweiser

Das mit Spannung erwartete Ereignis der Woche ist der erste Investorentag von D-Wave. Er findet am Montag an der New York Stock Exchange statt und wird live gestreamt. Unter dem Motto „The D-Wave Difference“ will das Unternehmen von 13 bis 16 Uhr Ortszeit seine Technologie-Roadmap und die kommerzielle Dynamik präsentieren.

Das Timing ist heikel. Die Supremacy-Debatte überschattet die Veranstaltung. Die Kernfrage ist nicht mehr, ob Quantenmaschinen beeindruckende Ergebnisse liefern können, sondern ob diese gegen schnellere klassische Algorithmen bestehen.

Weitere Termine

Am Dienstag nimmt D-Wave an der Baird-Konferenz in New York teil. Am Donnerstag folgt die virtuelle Hauptversammlung. Die Aktionäre stimmen unter anderem über die Wiederwahl von CEO Alan Baratz und Finanzvorstand Sharon Holt in den Aufsichtsrat ab.

Fundamentale Spannungen

Die Buchungen stiegen im ersten Quartal um fast 2.000 Prozent auf 33,4 Millionen Dollar. Die Umsätze dagegen brachen um 81 Prozent auf 2,9 Millionen Dollar ein – nachdem im Vorjahr eine große Hardware-Transaktion verbucht worden war.

D-Wave verfügt über 588 Millionen Dollar in bar. Hohe Ausgaben und eine langsame Kommerzialisierung erhöhen das Risiko künftiger Kapitalverwässerung.

Die Analysten bleiben konstruktiv: Der Konsens lautet „Strong Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 36,11 Dollar. Am 18. Juni folgt in London die Nutzerkonferenz Qubits Europe 2026.

Der Investorentag am Montag bietet die Chance, die Debatte zu versachlichen. Gelingt das nicht, dürfte die Kontroverse die Aktie auch im Juni begleiten.

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