Es ist eine Woche der Superlative für D-Wave Quantum. Das Unternehmen absolviert morgen die TD-Cowen-Konferenz – und nur vier Tage später folgt der erste offizielle Investorentag an der New Yorker Börse. Selten hat sich ein Quantum-Computing-Unternehmen in so kurzer Zeit so oft der Finanzwelt präsentiert.
Konferenz-Marathon bis Juni
Die Liste der Auftritte ist lang. Nach einer virtuellen Session bei Needham Mitte Mai und Terminen bei J.P. Morgan in Boston sowie dem Canaccord Quantum Symposium war D-Wave diese Woche in New York. Nächste Woche folgen Baird, dann Rosenblatt.
Der Höhepunkt: der 1. Juni 2026. Dann veranstaltet D-Wave seinen ersten Investorentag an der NYSE – live und per Livestream von 13 bis 16 Uhr Ostküstenzeit. Das Motto: „The D-Wave Difference“.
Das Programm: Technologie-Roadmap und Akquisitionen
Das Management will mehrere Themen abdecken. Die Quantenleistung beider Plattformen – Annealing und Gate-Model. Die Integration der Tochter Quantum Circuits. Die Rolle der Quantentechnologie für energieeffiziente KI. Und natürlich die Finanzstrategie für nachhaltiges Wachstum.
Besonders gespannt sind Beobachter auf die Roadmap. D-Wave plant ein Dual-Rail-System mit 175 physischen Qubits bis Ende 2028. Bis 2030 soll ein 1.000-Qubit-System mit 10 logischen Qubits folgen. Und bis 2032 das Ziel von 100 logischen Qubits – die Schwelle zur echten Quantennützlichkeit.
Zahlen mit zwei Gesichtern
Die Stimmung ist gemischt. Die Auftragseingänge explodierten im ersten Quartal um fast 2.000 Prozent auf 33,4 Millionen Dollar. Die vertraglich gebundenen Umsätze stiegen um 563 Prozent.
Gleichzeitig brach der Quartalsumsatz um 81 Prozent auf 2,9 Millionen Dollar ein – Grund war ein ausgelaufener Hardware-Deal aus dem Vorjahr. Die Bruttomarge fiel von 92,5 auf 63,6 Prozent. Der Nettoverlust weitete sich auf 18,4 Millionen Dollar aus.
Die Bilanz ist solide: 588,4 Millionen Dollar in der Kasse. Die Aktie notiert bei 23,49 Euro – ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 70 signalisiert eine heiße Phase.
Analysten bleiben optimistisch
15 Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 35,17 Dollar, die Spanne reicht von 19,58 bis 45 Dollar. Ein Grund für die Zuversicht: die jüngste Ankündigung von 100 Millionen Dollar Fördermitteln aus dem CHIPS Act – mit einer Aktienkomponente als Gegenleistung.
Der Investorentag wird zeigen, ob Management das hohe Auftragsvolumen in eine glaubwürdige kommerzielle Geschichte übersetzen kann. Die nächsten Tage sind dafür definierend.
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