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D-Wave Quantum Aktie: CFO verkauft für 9 Millionen

Eine neue Studie zeigt, dass klassische Laptops D-Waves Quantenberechnungen replizieren können. Die Aktie fällt um 5,4 Prozent, während der CFO Millionenanteile verkauft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Studie widerlegt Quantenvorteil von D-Wave
  • Aktie verliert 5,4 Prozent an Wert
  • CFO veräußert Aktien im Wert von 9 Millionen Dollar
  • Staatliche Förderung in Höhe von 100 Millionen Dollar gesichert

Ein Laptop schlägt Quantencomputer — zumindest laut einer neuen Studie. Das Flatiron Institute hat gezeigt, dass klassische Algorithmen auf handelsüblicher Hardware Berechnungen replizieren können, die D-Wave bislang als Beweis für seinen Quantenvorteil präsentierte. Die Aktie reagierte prompt.

Wissenschaftlicher Angriff auf das Kernargument

Das Flatiron Institute nutzte die ITensor-Software, um genau jene Berechnungen nachzuahmen, mit denen D-Wave seinen sogenannten Quantum Advantage belegt hatte. Das Ergebnis: Die klassische Simulation erzielte vergleichbare Resultate — ohne spezialisierte Quantenhardware.

CEO Alan Baratz wies die Studie zurück. Sie bilde weder den vollen Umfang noch die Komplexität der unternehmenseigenen Benchmarks ab, so Baratz. Die Anleger ließen sich davon wenig überzeugen. Die Aktie fiel am Mittwoch um rund 5,4 Prozent auf 27,82 Dollar — ein spürbarer Dämpfer nach einer 50-Prozent-Rallye zu Wochenbeginn.

Kein Wunder, dass die Debatte Wellen schlägt. Der Quantenvorteil ist das zentrale Verkaufsargument des Unternehmens.

CFO verkauft für 9 Millionen Dollar

Zeitgleich mit dem Kursrückgang wurde ein massiver Insiderverkauf bekannt. CFO John Markovich veräußerte am 22. Mai 328.752 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 27,70 Dollar je Anteil — Erlös: rund 9,1 Millionen Dollar. Zuvor hatte er Optionen zu Ausübungspreisen zwischen 0,85 und 0,92 Dollar eingelöst.

Markovich hält nach der Transaktion noch 1,44 Millionen Aktien direkt, darunter knapp 448.000 noch nicht unverfallene RSUs.

Staatliche Milliarden als Rückendeckung

Trotz der wissenschaftlichen Kontroverse sichert sich D-Wave weiter staatliche Unterstützung. Das Unternehmen unterzeichnete eine Absichtserklärung für 100 Millionen Dollar aus dem CHIPS Act — vorgesehen für die Entwicklung von Systemen mit 100.000 Qubits. Die Tochtergesellschaft Quantum Circuits, LLC, tritt indes in die zweite Phase des SQFab-Projekts ein. Das Programm läuft über das NORDTECH-Konsortium und das US-Verteidigungsministerium und ist Teil eines 25-Millionen-Dollar-Vorhabens zur Weiterentwicklung supraleitender Qubit-Fertigung.

Finanzkennzahlen mit gemischtem Bild

Die Bilanz zeigt Stärken und Schwächen. Im ersten Quartal 2026 lag der Verlust je Aktie bei 0,05 Dollar — besser als die erwarteten 0,08 Dollar. Der Umsatz von 2,86 Millionen Dollar verfehlte die Analystenschätzungen von rund 4,1 bis 4,2 Millionen Dollar jedoch deutlich.

Die Marktkapitalisierung beträgt rund 10,2 Milliarden Dollar, der Kassenbestand lag Ende März bei 588 Millionen Dollar. Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 35,17 Dollar. In Euro notiert die Aktie aktuell bei 23,06 Euro — rund 49 Prozent über dem Niveau vor 30 Tagen, aber noch weit vom 52-Wochen-Hoch entfernt.

Die eigentliche Bewährungsprobe kommt, wenn weitere unabhängige Labore die Flatiron-Ergebnisse prüfen. Bestätigen sie den Befund, steht D-Waves gesamtes Bewertungsfundament zur Diskussion.

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