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D-Wave Quantum Aktie: 33,4 Millionen Dollar Neubuchungen trotz Kursrutsch

D-Wave-Aktie fällt trotz Rekordaufträgen. Analysten warnen vor Bewertungsrisiken im gesamten Quantencomputing-Sektor.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursverlust von über fünf Prozent an einem Tag
  • Auftragsbuch wächst um fast 2000 Prozent
  • Branche leidet unter IPO-Druck durch IQM
  • Technische Indikatoren zeigen bärisches Signal

D-Wave Quantum schließt Freitag bei 17,59 Euro. Das Minus beträgt 5,17 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 11,63 Prozent, auf Monatssicht sind es 12,72 Prozent.

Der Ausverkauf trifft nicht nur D-Wave allein. Quantencomputer-Aktien geraten derzeit als Gruppe unter Druck. Anleger stellen zunehmend die Frage, ob die hohen Bewertungen der Branche zu den noch dünnen Umsätzen passen.

Der ganze Sektor gerät ins Wanken

Bereits am 7. Juli fiel die Aktie um 6,58 Prozent. Damals rutschten auch die Konkurrenten IonQ und Rigetti Computing ab. Am Freitag folgte die nächste Verkaufswelle, dieses Mal begleitet von einem Medienecho, das die Kluft zwischen Hype und wirtschaftlicher Realität in den Mittelpunkt rückte.

Analysten ziehen inzwischen direkte Vergleiche zwischen den Werten. IonQ, D-Wave und Rigetti tragen demnach ähnliche Bewertungsrisiken. Ein Unterschied bleibt: IonQ kann zumindest wachsende Umsätze vorweisen. Wer in der Gruppe dennoch investiert bleibt, sollte laut den Einschätzungen die Positionsgrößen aus Vorsicht vor einem scharfen Rücksetzer in der zweiten Jahreshälfte klein halten.

Verschärft wird die Lage durch einen neuen Konkurrenten. IQM Quantum Computers ist vor zwei Wochen an die Nasdaq gegangen, als erstes europäisches Quantencomputing-Unternehmen an einer großen US-Börse. Der Börsenstart verlief holprig: Die Bewertung lag bei rund 1,9 Milliarden Dollar, der Kurs blieb den Großteil des ersten Handelstags unter dem Ausgabepreis. Das drückt zusätzlich auf die Stimmung gegenüber der gesamten Branche.

Die Zahlen hinter der Kurve

Bei den Bewertungskennziffern wird die Diskrepanz sichtbar. Ein Datenanbieter beziffert das Kurs-Umsatz-Verhältnis von D-Wave auf rund 791 – ein Wert, der selbst für die Wachstumsbranche als extrem gilt. Solche Multiplikatoren machen die Aktie anfällig für heftige Ausschläge, auch ohne konkrete Unternehmensnachrichten.

Genau hier liegt der Widerspruch zur operativen Entwicklung. Das Auftragsbuch von D-Wave wächst rasant. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichten die Neubuchungen 33,4 Millionen Dollar, ein Plus von fast 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Getragen wurde dieser Sprung von zwei Großaufträgen: einem 20-Millionen-Dollar-Deal mit der Florida Atlantic University und einer 10-Millionen-Dollar-Vereinbarung mit einem Fortune-100-Konzern für Quantum-Computing-as-a-Service. Die vertraglich gesicherten künftigen Leistungsverpflichtungen stiegen auf 42,4 Millionen Dollar, ein Zuwachs von 563 Prozent. Der ausgewiesene Quartalsumsatz brach dagegen um 81 Prozent auf 2,86 Millionen Dollar ein – schlicht, weil im Vorjahresquartal ein einmaliger Systemverkauf für einen hohen Vergleichswert gesorgt hatte.

Finanziell steht das Unternehmen solide da. Die Kasse hält 588,4 Millionen Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet rund 6,87 Milliarden Euro. Hinzu kommt eine Auszeichnung: D-Wave wurde im IDC-MarketScape-Bericht 2026 als „Leader“ im Bereich Quantencomputing eingestuft, als eines von nur zwei Unternehmen in der Top-Kategorie. Kunden haben laut Unternehmensangaben bereits mehr als 200 Millionen Probleme auf den Quantensystemen berechnen lassen.

Technisch angeschlagen

Die Charttechnik zeigt derzeit ein klar bärisches Bild. Der Kurs liegt 15,01 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 20,70 Euro und 14,58 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 20,60 Euro. Der RSI-Wert von 39,1 signalisiert nachlassenden Schwung, ohne bereits überverkauftes Terrain zu erreichen.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 90 Prozent. Kurz gesagt: ein Papier, das in beide Richtungen heftig ausschlagen kann.

Der weite Rahmen der jüngsten Kursbewegung macht das deutlich. Vom Rekordhoch bei 38,48 Euro aus dem Oktober 2025 hat sich die Aktie um 54,27 Prozent entfernt. Zum Jahrestief von 11,12 Euro aus dem März 2026 beträgt der Abstand dagegen noch 58,16 Prozent nach oben. Auf Jahressicht steht D-Wave damit bei minus 26,72 Prozent, auf Zwölfmonatssicht aber immer noch bei einem Plus von 28,48 Prozent.

Die kommenden Quartalszahlen dürften zeigen, ob das Auftragswachstum die hohe Bewertung mittelfristig rechtfertigen kann. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball der sektorweiten Stimmung – geprägt von Skepsis gegenüber der gesamten Quantencomputing-Branche ebenso wie von unternehmenseigenen Fortschritten.

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