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D-Wave Quantum Aktie: 33,4 Millionen Dollar Buchungen

D-Wave Quantum verzeichnet Auftragsplus von 2.000 Prozent, während der Aktienkurs drastisch fällt. CEO-Aktienverkäufe und Nasdaq-Wechsel prägen die Lage.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Buchungen steigen auf 33,4 Millionen Dollar
  • Aktie verliert 61,84 Prozent seit Rekordhoch
  • CEO Baratz verkauft über 687.000 Aktien
  • Wechsel an die Nasdaq am 27. Juli

Ein Auftragsbuch, das im Jahresvergleich um das Zwanzigfache wächst. Ein Aktienkurs, der im selben Zeitraum ein Drittel seines Wertes verliert. Bei D-Wave Quantum könnte der Widerspruch zwischen operativer Entwicklung und Marktbewertung kaum größer ausfallen.

Die Quantencomputing-Branche soll bis Ende des Jahrzehnts auf ein Volumen von 20 Milliarden Dollar wachsen. D-Wave positioniert sich mitten in diesem Trend – und wird trotzdem abgestraft. Die Aktie notiert bei 14,69 Euro und liegt damit satte 61,84 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 38,48 Euro aus dem Oktober 2025.

Der Wechsel an die Nasdaq

Am 27. Juli 2026 vollzieht D-Wave einen Schritt, der mehr als kosmetischer Natur ist. Das Unternehmen verlegt sein Listing von der New York Stock Exchange an die Nasdaq. Für einen Konzern an der Front der Rechentechnik ist das ein Signal: Die Nähe zur Nasdaq bedeutet Nähe zu den großen Namen der KI- und Hardware-Revolution.

Der Zeitpunkt könnte kaum turbulenter sein. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 78,96 Prozent – ein Wert, der zeigt, wie schwer sich der Markt tut, den sogenannten Quantenvorteil in einen fairen Preis zu übersetzen. Der 14-Tage-RSI von 30,9 nähert sich der überverkauften Zone, während der Titel gleichzeitig 32 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 11,12 Euro steht.

Rekordbuchungen treffen auf Kursverfall

Die eigentliche Spannung in der D-Wave-Geschichte liegt zwischen Zahlen, die eigentlich zusammengehören sollten. Im ersten Quartal 2026 meldete das Unternehmen Buchungen von 33,4 Millionen Dollar – ein Plus von 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die noch zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen, das sogenannte RPO, kletterten auf 42,4 Millionen Dollar.

Trotzdem hat die Aktie allein in den vergangenen 30 Tagen 30,89 Prozent verloren. Kann ein Auftragsplus von 2.000 Prozent die Skepsis der Anleger überstimmen, wenn der Kurs zugleich fast zwei Drittel unter seinem Rekordhoch notiert? Ein Teil der Antwort liegt in der Chefetage selbst.

CEO Alan Baratz verkaufte Mitte Juli 2026 in mehreren Tranchen Aktien seines Unternehmens. Am 14. Juli trennte er sich von 52.320 Aktien, um Steuerpflichten aus vestenden RSUs zu begleichen – ein routinemäßiger Vorgang. Der zweite Verkauf wiegt schwerer: Am 15. Juli veräußerte Baratz nach Ausübung von Optionen mehr als 687.000 Aktien, was die ohnehin nervöse Stimmung am Markt zusätzlich belastete.

Ganz zurückgezogen hat sich der CEO trotzdem nicht. Baratz hält weiterhin eine Direktbeteiligung von über 3,2 Millionen Aktien. Das deutet auf ein fortbestehendes, wenn auch neu austariertes Vertrauen in die langfristige Strategie hin.

Zwei Technologiepfade, ein ambitionierter Zeitplan

Nach der Übernahme von Quantum Circuits Anfang 2026 verfolgt D-Wave nun eine Doppelstrategie. Das Unternehmen kombiniert sein bewährtes Annealing-Verfahren mit dem Gate-Modell-Ansatz, der bei vielen Wettbewerbern als Standard gilt. Der Fahrplan ist konkret: Ein System mit 17 Qubits soll noch 2026 folgen, eine Version mit 49 Qubits ist für 2027 geplant.

Diese Ambition erklärt auch, warum Analysten trotz der Kursschwäche an ihren Zielen festhalten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 32,68 Euro – mehr als das Doppelte des aktuellen Niveaus. Das würde ein Aufwärtspotenzial von 122,5 Prozent bedeuten, sofern D-Wave sein Buchungswachstum tatsächlich in nachhaltige Umsätze verwandeln kann.

Mit einer Marktkapitalisierung von 5,42 Milliarden Euro bleibt D-Wave trotz allem kein Nebenwert der Branche. Der Titel notiert derzeit 27,97 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 20,39 Euro – ein Abstand, der zeigt, wie sehr sich Kurs und Konsensziel der Analysten auseinanderentwickelt haben.

Der Wechsel an die Nasdaq am 27. Juli 2026 markiert für D-Wave einen doppelten Übergang: von einer traditionsreichen Börse zu einer, die stärker für Wachstum und Volatilität steht – und von reinem Auftragswachstum zu der eigentlichen Bewährungsprobe, diese Buchungen in Umsatz und Vertrauen zu übersetzen.

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Diskussion zu D-Wave Quantum

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.