Die Auftragsbücher füllen sich rasant, die Kurse fallen trotzdem. Bei D-Wave Quantum klaffen operative Fortschritte und die Stimmung am Markt derzeit weit auseinander. Eine neue wissenschaftliche Kritik an der Branche sorgt für erhebliche Unsicherheit.
Zweifel an der Technologie
Ein aktueller Artikel im Fachmagazin „Nature“ zieht den gesamten Sektor nach unten. Der Physiker Dr. Henry Legg kritisiert darin die Fortschritte von Microsoft beim topologischen Quantencomputing. Die Beweise des Softwarekonzerns seien lückenhaft.
Das trifft reine Quanten-Werte wie D-Wave, IonQ und Rigetti besonders hart. Der Markt reagiert nervös auf solche Rückschläge. Parallel dazu verteidigt D-Wave eigene Forschungsergebnisse gegen Kritik des Flatiron-Instituts. Solche akademischen Debatten bremsen die Fantasie der Anleger.
Für zusätzliche Unruhe sorgte ein Aktienverkauf von Direktor Rohit Ghai. Er stieß Mitte Juni gut 13.500 Papiere ab. Ein genauerer Blick beruhigt jedoch. Der Verkauf erfolgte automatisch über einen vorab festgelegten Handelsplan. Ghai hält weiterhin mehr als 23.000 Aktien.
Starkes operatives Geschäft
Abseits der akademischen Debatten liefert das Management handfeste Zahlen. Die Auftragseingänge im ersten Quartal 2026 sprangen auf 33,4 Millionen US-Dollar. Das entspricht fast einer Verzwanzigfachung gegenüber dem Vorjahr.
Analysten honorieren diese Entwicklung. Die Konsensschätzung für den Verlust je Aktie sank zuletzt von 31 auf 25 Cent. Neue Förderprogramme der US-Regierung stützen das Geschäft zusätzlich.
An der Börse dominiert aktuell die Skepsis. Die Aktie rutschte in den vergangenen 30 Tagen um fast 23 Prozent ab. Zum Wochenende schloss das Papier bei 19,92 Euro.
Die Analysten bleiben dennoch optimistisch und rufen ein durchschnittliches Kursziel von 36,84 US-Dollar aus. Bei einer extremen Schwankungsbreite von über 140 Prozent brauchen Anleger auf dem Weg dorthin starke Nerven.
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