Bei D-Wave Quantum klaffen Stimmung und Handeln derzeit weit auseinander. Die Analysten von Mizuho Securities heben das Kursziel massiv an. Die Chefetage nutzt genau diese Euphorie für millionenschwere Aktienverkäufe. Das sorgt bei Anlegern für gemischte Gefühle.
Analysten sehen enormes Potenzial
Mizuho Securities stuft das Papier weiterhin als „Outperform“ ein. Die Experten erhöhten ihr Kursziel von 29 auf 35 US-Dollar. Sie loben die technologische Roadmap des Quantencomputer-Spezialisten.
Bis 2030 will D-Wave zehn fehlerkorrigierte Qubits herstellen. Zwei Jahre später sollen es bereits hundert sein. Dieser Plan verleiht der Aktie derzeit starken Rückenwind. Auf Monatssicht steht ein Kursplus von fast 28 Prozent auf der Anzeigetafel. Aktuell notiert der Titel bei 20,93 Euro.
Finanzchef stößt Aktien ab
Die Führungsebene nimmt indes Gewinne mit. Finanzchef John M. Markovich verkaufte Mitte Juni über 246.000 Aktien. Der Manager erlöste damit rund 6,25 Millionen US-Dollar. Ihm verbleiben allerdings noch mehr als eine Million Anteilsscheine.
Parallel dazu trennte sich Direktor Rohit Ghai von Papieren. Sein Verkauf brachte knapp 357.000 US-Dollar ein. Dieser Schritt erfolgte über einen vorab festgelegten Handelsplan. Kein Ausverkauf also. Dennoch dämpfen solche Transaktionen oft die kurzfristige Euphorie.
Auftragsbücher füllen sich
Operativ liefert der Konzern handfeste Argumente für die Bullen. Der Umsatz lag im ersten Quartal zwar nur bei 2,9 Millionen US-Dollar. Die Neubestellungen explodierten jedoch um fast 2.000 Prozent auf 33,4 Millionen US-Dollar.
Treiber dieser Entwicklung sind Großaufträge. Dazu zählen ein Millionen-Deal mit der Florida Atlantic University und ein Vertrag mit einem Fortune-100-Unternehmen. Obendrein sicherte sich D-Wave einen Platz im staatlich geförderten NORDTECH-Programm. Dort treibt das Unternehmen die Massenproduktion von supraleitenden Qubits voran.
Die extrem hohe Schwankungsbreite von über 140 Prozent zeigt die Nervosität im Markt. Der Weg zum 52-Wochen-Hoch bei 38,48 Euro bleibt weit. Hält die operative Dynamik bei den Neubestellungen an, rückt das ehrgeizige Mizuho-Kursziel in greifbare Nähe. Die nächsten Quartalszahlen liefern den Härtetest für diese Bewertung.
