Bei D-Wave prallen zwei Geschichten aufeinander. Der Umsatz fällt deutlich, die Buchungen steigen auf Rekordniveau, und das Management sucht in den kommenden Wochen offensiv die Bühne der Wall Street. Für eine Quantencomputing-Aktie ist das ein heikler Mix: viel Zukunft, aber noch wenig planbarer Umsatz.
Ein früher positiver Impuls hielt nicht. Am Dienstag notiert die Aktie bei 18,86 Euro und verliert 7,75 Prozent, obwohl sie auf Sicht von 30 Tagen noch 51,51 Prozent im Plus liegt.
Seit Jahresanfang bleibt das Bild angeschlagen. Der Kurs liegt 21,47 Prozent tiefer und handelt weiter unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Umsatz enttäuscht, Verlust bleibt kleiner
Im ersten Quartal meldete D-Wave einen Umsatz von 2,86 Millionen Dollar. Erwartet waren 4,22 Millionen Dollar, im Jahresvergleich entspricht das einem Rückgang um 81 Prozent.
Der Einbruch hat einen klaren Sondereffekt. Im Vorjahresquartal hatte D-Wave 12,6 Millionen Dollar aus dem ersten Verkauf eines Annealing-Quantencomputers verbucht.
Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 18,4 Millionen Dollar. Je Aktie entsprach das einem Minus von 5 Cent, besser als die Konsensschätzung von 8 Cent Verlust je Aktie. Das erklärt, warum die Reaktion nicht allein am schwachen Umsatz hing.
Auftragsbestand verändert die Geschichte
Der wichtigere Punkt liegt bei den Buchungen. Sie sprangen auf 33,4 Millionen Dollar, nach 1,6 Millionen Dollar im Vorjahr. Ein großer Treiber war der geplante Kauf eines Annealing-Quantencomputers durch die Florida Atlantic University für 20 Millionen Dollar.
Dazu kam ein zweijähriger Vertrag mit einem nicht genannten Fortune-100-Unternehmen für Quantencomputing als Dienstleistung. Damit verschiebt sich die Debatte: Weg vom Quartalsumsatz, hin zur Frage, wie belastbar die kommerzielle Nachfrage bereits ist.
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Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen lagen zum Quartalsende bei 42,4 Millionen Dollar. Davon sollen etwa 54 Prozent binnen zwölf Monaten und 71 Prozent binnen zwei Jahren in Umsatz übergehen.
Die Bilanz bietet dafür Spielraum. D-Wave verfügte über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere von 588,4 Millionen Dollar, ein Plus von 93 Prozent gegenüber 304,3 Millionen Dollar im Vorjahr.
Kosten steigen mit der Expansion
Die operative Seite bleibt teuer. Die Betriebskosten kletterten auf 56,5 Millionen Dollar, ein Anstieg um 125 Prozent. Darin enthalten waren 9,1 Millionen Dollar an einmaligen Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Quantum Circuits.
Mit dem Zukauf erweitert D-Wave seine technologische Basis. Quantum Circuits arbeitet an supraleitenden Gate-Model-Systemen, die mit Fehlerkorrektur betrieben werden sollen.
Die Roadmap zielt bis Ende 2028 auf rund 175 physische Qubits. Später soll ein System mit deutlich größerer Skalierung folgen, inklusive logischer Qubits für fehlerkorrigierte Anwendungen.
Investorentag rückt näher
Am 1. Juni richtet D-Wave seinen ersten Investorentag an der New York Stock Exchange und online aus. Thema sind Technologie, Produktfahrplan, kommerzielle Nachfrage und der Weg zu nachhaltigem Wachstum.
Am 18. Juni folgt in London die Nutzerkonferenz Qubits Europe. Dazwischen stehen mehrere Auftritte auf Technologie- und Investorenkonferenzen an. Das Timing ist bewusst gewählt: D-Wave will die Rekordbuchungen in eine glaubwürdige Wachstumsstory übersetzen.
Für das nächste Quartal rechnet der Analystenkonsens mit 6,32 Millionen Dollar Umsatz, für das Gesamtjahr mit 44,5 Millionen Dollar. Der Investorentag wird damit vor allem an einer konkreten Frage gemessen: Wie schnell wird aus dem hohen Auftragsbestand tatsächlich Umsatz?
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