D-Wave Quantum meldet für 2025 das stärkste Umsatzwachstum seiner Geschichte. Gleichzeitig kam der Ausblick auf Basis des schwachen vierten Quartals an der Börse schlecht an: Der Gewinn je Aktie verfehlte die Erwartungen, und mehrere Kurszielsenkungen setzten den Titel nach den Zahlen unter Druck. Wie passt das zusammen – Rekordwachstum, aber trotzdem Abverkauf?
Rekordjahr – und ein enttäuschendes Q4
Die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr (Stichtag Ende 2025) veröffentlichte das Unternehmen am Donnerstag. Auf Jahressicht stieg der Umsatz laut Bericht um 179% auf 24,6 Mio. US-Dollar. Die Bruttomarge lag bei 83%. Zudem hob D-Wave den Anstieg des Bruttogewinns um 265% hervor.
Im Schlussquartal zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Der Umsatz lag bei 2,75 Mio. US-Dollar (plus 19% zum Vorjahr), verfehlte aber die Prognose von 3,72 Mio. US-Dollar um 26%. Auch beim Ergebnis je Aktie blieb D-Wave hinter den Schätzungen zurück: Gemeldet wurden -0,09 US-Dollar je Aktie nach einer Erwartung von -0,06. Der bereinigte Quartalsverlust weitete sich auf 31,8 Mio. US-Dollar aus.
Ein weiterer Dämpfer: Die Bookings fielen im vierten Quartal um 27% auf 13,4 Mio. US-Dollar. Im Vorjahr lagen sie bei 18,3 Mio. US-Dollar – damals allerdings inklusive eines großen Systemverkaufs.
Viel Cash, aber hohe Bewertung
Zum Jahresende verfügte D-Wave über 884,5 Mio. US-Dollar in Cash und handelbaren Wertpapieren. Das entspricht einem Plus von 397% gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal flossen zudem 63,7 Mio. US-Dollar aus der Ausübung von Warrants zu.
Trotz der prozentual starken Wachstumsraten bleiben die absoluten Umsätze gemessen an der Marktbewertung klein: Bei einer Bewertung von rund 6,7 Mrd. US-Dollar und 24,6 Mio. US-Dollar Jahresumsatz ergibt sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 260.
Neue Aufträge, Übernahme und Behörden-Fokus
Beim Auftragseingang meldete das Management für den Jahresstart 2026 deutlich mehr Dynamik. CEO Alan Baratz sprach von über 30 Mio. US-Dollar Bookings allein im Januar. Bis zum 25. Februar lagen die Bookings im laufenden ersten Quartal kumuliert bei mehr als 32,8 Mio. US-Dollar.
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Zu den genannten Deals zählen:
– ein 20-Mio.-US-Dollar-Vertrag mit der Florida Atlantic University für den Kauf eines Advantage2-Systems,
– ein 10-Mio.-US-Dollar-Vertrag über zwei Jahre „Quantum Computing as a Service“ mit einem Fortune-100-Unternehmen,
– sowie der Hinweis auf mehr als 100 zahlende Kunden und größere Deal-Größen, darunter ein Advantage2-Vertrag in Europa über 10 Mio. Euro.
Strategisch zentral war zudem der Abschluss der Übernahme von Quantum Circuits Inc. für 550 Mio. US-Dollar (300 Mio. in Aktien, 250 Mio. in Cash). Quantum Circuits arbeitet an fehlerkorrigierten, supraleitenden Gate-Model-Systemen. Laut Unternehmensangaben erkennt die Technologie 90% auftretender Fehler; die Gate-Fidelitäten sollen dadurch über 99,9% liegen. D-Wave positioniert sich damit als Anbieter mit zwei Plattformen: Annealing und Gate-Model.
Parallel kündigte D-Wave eine neue Geschäftseinheit für den US-Regierungsbereich an. Geleitet wird sie von Jack Sears Jr. Außerdem soll der Firmensitz samt Forschung nach Boca Raton (Florida) verlegt werden.
Analysten senken Kursziele, Tech-Bewertungen unter Druck
Nach dem Bericht senkten Evercore ISI und Mizuho ihre Kursziele, was den Kursrückgang nach den Zahlen mit ausgelöst haben dürfte. Am Freitag notierte die Aktie bei 18,78 US-Dollar; die 52-Wochen-Spanne reicht von 4,45 bis 46,75 US-Dollar.
Belastend wirkt außerdem das Umfeld: Hochvolatile Tech-Titel hinken laut Bericht insgesamt hinterher, während Investoren Bewertungen angesichts anhaltender Inflation und der Erwartung länger hoher Zinsen neu justieren. Gerade bei Themen wie Quantencomputing spielt dabei auch die Unsicherheit über die Kommerzialisierungs-Zeitachse eine Rolle.
Der nächste Ergebnisbericht ist für den 20. Mai angekündigt.
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