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D-Wave: 33,4 Millionen Bookings, 2.000 Prozent Plus

Quantencomputing-Spezialist D-Wave erhält staatliche Finanzierungszusage über 100 Mio. Dollar, Aktie springt um 33 Prozent. Rekordaufträge stehen schwachen Umsätzen gegenüber.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Staatliche Förderung über 100 Mio. Dollar
  • Aktie steigt um 33 Prozent
  • Rekord-Bookings von 33,4 Mio. Dollar
  • Umsatzrückgang um 81 Prozent

Ein Brief aus Washington reicht, um D-Wave Quantum neu zu bewerten. Das US-Handelsministerium stellt dem Quantencomputing-Spezialisten eine Finanzierung über 100 Millionen Dollar in Aussicht – allerdings nicht als klassischer Zuschuss, sondern über die Ausgabe neuer Stammaktien. Genau dieser Mix aus Staatssiegel und möglicher Verwässerung treibt die Aktie.

Am Donnerstag schloss das Papier nach der Nachricht 33,37 Prozent höher bei 25,74 Dollar. In Frankfurt notiert die Aktie am Freitag bei 22,82 Euro, ein Plus von 2,84 Prozent.

Auf Wochensicht steht damit ein Kursgewinn von 30,29 Prozent. Seit Jahresanfang liegt D-Wave dennoch noch 4,96 Prozent im Minus. Die Rally repariert also viel, aber sie löscht die vorherige Schwäche nicht vollständig aus.

Staatsgeld mit Verwässerungseffekt

Die Absichtserklärung fällt unter den CHIPS and Science Act. D-Wave gehört zu einem Kreis von neun Quantenfirmen, die von einem vorgeschlagenen US-Förderpaket über 2 Milliarden Dollar profitieren sollen.

Der entscheidende Punkt: Bei finaler Umsetzung würde D-Wave Stammaktien im Wert von 100 Millionen Dollar an das Handelsministerium ausgeben. Das stärkt die Kapitalbasis und verschafft dem Unternehmen politische Rückendeckung. Für bestehende Aktionäre bedeutet es aber auch: Der Anteil am Unternehmen kann verwässert werden.

Noch ist der Vorgang nicht abgeschlossen. Die endgültigen Förderdokumente müssen unterzeichnet werden, zudem gelten weitere Bedingungen. Der Markt preist trotzdem bereits ein, dass D-Wave in der US-Quantenstrategie eine sichtbare Rolle einnehmen könnte.

Rekordaufträge, schwacher Umsatz

Operativ ist das Bild nicht so eindeutig wie der Kurssprung. Im jüngsten Quartal meldete D-Wave Rekord-Bookings von 33,4 Millionen Dollar, ein Plus von nahezu 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übertraf der Auftragseingang sogar die kombinierten Bookings der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre.

Getrieben wurde der Sprung unter anderem durch einen Systemverkauf an die Florida Atlantic University über 20 Millionen Dollar. Hinzu kam ein QCaaS-Vertrag mit einem Fortune-100-Unternehmen über 10 Millionen Dollar.

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Beim Umsatz sah es deutlich schwächer aus. Die Erlöse fielen um 81 Prozent auf 2,9 Millionen Dollar, vor allem weil ein großer Annealing-Systemverkauf aus dem Vorjahreszeitraum fehlte.

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 18,4 Millionen Dollar oder 0,05 Dollar je Aktie. Das fiel besser aus als die Konsensschätzungen. Die liquiden Mittel und marktfähigen Wertpapiere lagen zum Quartalsende bei 588,4 Millionen Dollar.

Teurer wird das Wachstum dennoch. Die operativen Kosten stiegen um 125 Prozent auf 56,5 Millionen Dollar, unter anderem wegen Übernahmekosten für Quantum Circuits Inc. in Höhe von 9,1 Millionen Dollar.

Washington verteilt Quantum-Geld

D-Wave ist nur ein Teil einer breiteren US-Initiative. Washington will die heimische Lieferkette für Quantenhardware stärken und verschiedene technologische Ansätze parallel fördern.

  • IBM: 1 Milliarde Dollar für die neue Quantum-Foundry-Tochter Anderon
  • GlobalFoundries: 375 Millionen Dollar
  • Rigetti Computing, Infleqtion und PsiQuantum: jeweils bis zu 100 Millionen Dollar
  • Diraq: bis zu 38 Millionen Dollar

Der industriepolitische Hintergrund ist klar. Die USA wollen bei quantentauglichen Wafern, Hardwareplattformen und künftigen Rechenarchitekturen weniger abhängig werden. Der Markt für Quantencomputing könnte bis 2040 ein Volumen von 850 Milliarden Dollar erreichen, sofern zentrale technische Hürden wie fehlertolerante Systeme rechtzeitig gelöst werden.

Ein Insiderverkauf sorgt daneben für etwas Nebenrauschen. Sophie Ames, Executive Vice President und Personalchefin von D-Wave, veräußerte kurz vor der Meldung 23.025 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 18,98 Dollar; das Volumen lag bei rund 437.000 Dollar.

Der Verkauf lief über einen vorab festgelegten Handelsplan. Ames hielt danach weiterhin 596.803 Aktien, darunter 543.750 noch nicht unverfallbare Restricted Stock Units.

Kurzfristig zählen nun die finalen Award-Dokumente und die konkreten Konditionen der Aktienausgabe. Kommt die Finanzierung wie skizziert, gewinnt D-Wave Kapital und politische Relevanz; der Preis dafür ist eine mögliche Verwässerung in einer Aktie, die bereits kräftig vorausgelaufen ist.

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