Wall Street feiert die technologischen Fortschritte von D-Wave Quantum. Analysten heben reihenweise ihre Kursziele an. Parallel dazu stoßen Top-Manager massiv eigene Aktien ab. Diese Diskrepanz sorgt bei Anlegern für Nervosität.
Ambitionierte Pläne treiben den Kurs
Die Investmentbank Mizuho hob ihr Kursziel von 29 auf 35 US-Dollar an. Die Einstufung bleibt auf „Outperform“. Am Montag reagierte das Papier daraufhin mit einem Kurssprung von gut zwölf Prozent.
Den Optimismus stützt ein konkreter technischer Fahrplan. Bis zum Ende des Jahrzehnts will das Unternehmen zehn logische Qubits erreichen. Für 2032 peilt das Management bereits 100 Qubits an. Auch Analysten von Rosenblatt und Stifel bestätigten daraufhin ihre Kaufempfehlungen.
Führungsebene verkauft massiv
Ein Blick auf die jüngsten SEC-Meldungen trübt das positive Bild. CEO Alan Baratz übte Optionen aus und verkaufte umgehend knapp 688.000 Aktien. Der Durchschnittspreis lag bei gut 26 US-Dollar. Offiziell dient der Schritt der Steuerplanung.
Finanzchef John Markovich trennte sich Anfang Juni ebenfalls von Anteilsscheinen im Wert von rund 1,3 Millionen US-Dollar. Insgesamt stießen Insider in den vergangenen drei Monaten Papiere für über 30 Millionen US-Dollar ab.
Solche Verkäufe sind bei Führungskräften als Teil der Vergütung nicht ungewöhnlich. Die schiere Menge nahe der jüngsten Höchststände sorgt bei Privatanlegern trotzdem für Skepsis.
Starke Aufträge, schwankender Kurs
Operativ zeigt D-Wave Quantum Licht und Schatten. Die Auftragseingänge explodierten im ersten Quartal auf 33,4 Millionen US-Dollar. Darin enthalten ist ein einzelner Systemverkauf über 20 Millionen US-Dollar. Der tatsächliche Quartalsumsatz verfehlte mit 2,9 Millionen US-Dollar indes die Erwartungen. Ein gemischtes Bild.
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in hoher Volatilität wider. Auf Monatssicht steht ein sattes Plus von rund 38 Prozent auf dem Kurszettel. Am Dienstag notiert die Aktie bei 22,64 Euro und gibt leicht nach. Solange das Unternehmen seine technischen Meilensteine pünktlich liefert, dürfte der Fokus des Marktes auf dem langfristigen Potenzial bleiben.
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