Der US-Verteidigungsminister hat die Grippeschutzimpfpflicht für Soldaten abgeschafft. Für CSL kam diese Entscheidung zur Unzeit — der Kurs hat sich in zwölf Monaten fast halbiert.
Seqirus verliert einen Großkunden
Das Pentagon war kein gewöhnlicher Käufer. Die Impfstofftochter CSL Seqirus hatte jahrelang von der institutionellen Nachfrage des US-Militärs profitiert. Mit dem Ende der Pflichtimpfung fällt ein verlässlicher Absatzkanal weg.
Die Reaktion der Märkte war eindeutig: Die Aktie brach im Wochenverlauf um 5,7 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit August 2017. Seqirus erwirtschaftete zuletzt rund 2,17 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2025 — ein profitables Segment, das nun mit mehr Unsicherheit kalkulieren muss.
Bell Potter hat daraufhin das Kursziel auf 155 Australische Dollar gesenkt und das Rating auf „Hold“ belassen. Die Analysten begründen den Schritt mit einer niedrigeren Bewertung: CSL werde nun stärker wie ein normales Biopharma-Unternehmen bewertet, nicht mehr als abgeschirmte Wachstumsstory.
Plasma bleibt das Fundament
CSL setzt als Gegengewicht auf seine Plasmasparte. CSL Behring ist der größte Umsatzträger des Konzerns. Aktuell baut das Unternehmen sein Werk im amerikanischen Kankakee für 1,5 Milliarden US-Dollar aus. Ziel ist eine höhere Produktion plasmabasierter Therapien und bessere Proteinausbeuten durch neue Technologien.
Parallel läuft ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. Rund 3.000 Stellen sollen weltweit abgebaut werden. Außerdem plant der Vorstand, Seqirus noch bis Ende des laufenden Geschäftsjahres als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen abzuspalten. Das Ziel: einen reinen Impfstoffkonzern zu schaffen und damit Wert für Aktionäre freizusetzen.
Führungswechsel und Jahresziele
An der Spitze steht derzeit Interims-CEO Gordon Naylor, ein CSL-Veteran mit mehr als drei Jahrzehnten im Unternehmen. Der Verwaltungsrat sucht nach einem Nachfolger mit starkem Vertriebsprofil.
Das Jahresguidance für 2026 hat CSL bestätigt: Umsatzwachstum von zwei bis drei Prozent, Gewinnwachstum von vier bis sieben Prozent — jeweils ohne Sonderbelastungen aus der Restrukturierung.
An der Börse notiert die Aktie bei rund 80 Euro und liegt damit knapp über dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 19 Prozent verloren, auf Jahressicht sogar mehr als 40 Prozent. Die zweite Jahreshälfte wird zeigen, ob sich die Nachfrage nach Immunglobulinen und Albumin stabilisiert — und ob die Abspaltung von Seqirus das Vertrauen der Investoren zurückgewinnt.
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