Der Biotech-Konzern CSL geht einen neuen Schritt in seiner Transformation. Die Australier testen am Standort Melbourne eine KI-gesteuerte Qualitätskontrolle. Es geht um modernere Produktion und schlankere Prozesse.
Künstliche Intelligenz im Reinraum
CSL arbeitet künftig mit Clever Culture Systems zusammen. Gemeinsam testen sie eine automatisierte Analyse von Mikrobiologie-Kulturen. Solche Tests sind in der sterilen Arzneimittelproduktion Standard. Bisher läuft die Auswertung manuell. Die neue Technologie namens APAS Independence soll Fehler reduzieren und die Rückverfolgbarkeit verbessern.
Das Werk in Broadmeadows ist ein zentraler Standort für CSLs Plasmatherapien. Mit dem Test wird CSL der achte der 20 größten Pharmakonzerne weltweit, der dieses System prüft oder einsetzt. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsoffensive in der Lieferkette.
Sparen für die Margen-Wende
Der Kurswechsel kommt nicht von ungefähr. Interims-CEO Gordon Naylor hat operative Exzellenz zur Chefsache erklärt. Seit seiner Berufung im Frühjahr treibt er ein milliardenschweres Sparprogramm voran. Das Ziel bis Ende 2028: jährlich 500 bis 550 Millionen Dollar Vorsteuerkosten einsparen.
Dazu gehört die Optimierung des Plasma-Sammelnetzwerks. Und die Vereinfachung der Konzernstruktur nach der Abspaltung der Impfstofftochter Seqirus Anfang 2026. Kein einfacher Prozess für einen Konzern, der erst vor wenigen Wochen rund fünf Milliarden Dollar an Abschreibungen verkraften musste. Die Goodwill-Verluste betrafen vor allem die Vifor-Übernahme und unterausgelastete Anlagen.
Stabilisierung nach dem Absturz
Die Aktie notiert aktuell bei 66,00 Euro. Ein Mini-Minus von 0,74 Prozent an diesem Freitag. Aber der Blick auf die vergangenen sieben Tage gibt Grund zur Hoffnung: plus 10,24 Prozent. Der Kurs erholt sich damit langsam vom 52-Wochen-Tief bei 56,41 Euro Anfang Juni.
Auf Jahressicht bleibt die Bilanz düster: minus 32,69 Prozent. Dennoch kehrt vorsichtige Zuversicht zurück. Anleger setzen auf eine Margenerholung in der zweiten Jahreshälfte. Die Nachfrage nach Immunglobulinen bleibt stabil. Und die neuen Produktionseffizienzen könnten endlich greifen.
Führungswechsel im Juli
Im Juli übernimmt Diego Sacristan die Position des Chief Commercial Officer für die Einheiten CSL Behring und CSL Vifor. Er soll die medizinischen und kommerziellen Funktionen zusammenlegen. Ein weiterer Baustein des schlankeren Konzernmodells. Die Suche nach einem dauerhaften CEO-Nachfolger für Paul McKenzie, der im Februar zurücktrat, läuft indes weiter.
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