Rund 53 Prozent unter dem Jahreshoch, knapp über dem 52-Wochen-Tief: Die Aktie der Czechoslovak Group (CSG) hat in kurzer Zeit massiv an Wert verloren. Am 20. Mai legt der tschechische Rüstungskonzern erstmals Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vor — und der Markt behandelt diesen Termin wie ein Urteil.
Short-Seller-Vorwürfe als Auslöser
Der Absturz hat einen konkreten Ursprung. Anfang Mai veröffentlichte Hunterbrook Media einen Bericht mit dem Vorwurf, CSG sei kein echter Munitionshersteller, sondern kaufe alte Bestände auf, renoviere sie und verkaufe sie weiter. Das Geschäftsmodell habe ein Ablaufdatum, sobald die globalen Altbestände erschöpft seien.
Der Kurs brach daraufhin an einem einzigen Handelstag um mehr als 13 Prozent ein. Seither notiert die Aktie bei rund 16 Euro — gut 33 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 24 Euro. Die annualisierte Volatilität liegt bei knapp 78 Prozent.
CSG wies die Vorwürfe zurück. Laut Unternehmensangaben produzierte die Gruppe 2025 rund 630.000 Schuss aus eigener Fertigung. Für 2026 plant CSG eine Steigerung der Eigenproduktion um etwa 20 Prozent. Eine neue Produktionslinie in der Slowakei soll zusätzlich 70.000 Schuss Kapazität liefern. Rechtliche Schritte gegen Hunterbrook prüft das Unternehmen.
Starke Fundamentaldaten, schwaches Sentiment
Das operative Bild steht im scharfen Kontrast zur Kursentwicklung. Der Umsatz stieg 2025 um fast 72 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Das Auftragspolster wuchs auf 42 Milliarden Euro — eine Sichtbarkeit, von der viele Konkurrenten nur träumen können.
Für 2026 hält das Management an seinen Zielen fest: Umsatz zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro, operative EBIT-Marge zwischen 24 und 25 Prozent. Mittelfristig strebt CSG eine Marge von 26 bis 28 Prozent an.
Moody’s hat CSG auf Investment-Grade hochgestuft. JPMorgan lobt die Bilanz als „extrem solide“. Neun Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, keiner zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 35,40 Euro — mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs.
Expansion trotz Gegenwind
CSG baut das Geschäft weiter aus. Die Gruppe erwirbt einen 49-Prozent-Anteil an Hirtenberger Defence Systems — die erste Akquisition in Österreich, die das Portfolio um Mörsermunition erweitert. Der Abschluss hängt noch von Regulierungsgenehmigungen ab.
Mit der polnischen Rüstungsgruppe PGZ schloss CSG ein Rahmenabkommen für gemeinsame Entwicklungs- und Fertigungsprojekte. Geplant sind unter anderem Triebwerke für unbemannte Systeme und Raketen sowie moderne Landplattformen. Über die Tochter Excalibur International sicherte sich CSG Verträge im Wert von fast 2,5 Milliarden US-Dollar für Luftverteidigungssysteme in Südostasien.
Der Quartalsbericht am 20. Mai wird erstmals zeigen, wie sich die IPO-Kosten auf die Marge ausgewirkt haben — und ob die jüngsten Aufträge bereits in den Zahlen sichtbar sind. Neun Analysten mit Kaufempfehlung auf der einen Seite, ein Kurs nahe dem Jahrestief auf der anderen: Selten war die Lücke zwischen Marktmeinung und Bewertung so groß.
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