CrowdStrike-Chef George Kurtz hat sich Mitte September von einem Aktienpaket im Wert von rund 4,8 Millionen Dollar getrennt. Nur einen Tag zuvor verkaufte auch Direktor Cary Davis Anteile im Gegenwert von 7,37 Millionen Dollar. Beide Transaktionen fallen in eine Phase, in der die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 250,32 Dollar notiert.
Die Verkäufe wirken auf den ersten Blick auffällig, folgen aber einem klaren Muster. Kurtz veräußerte seine 20.000 Aktien über zwei Tage hinweg zu Kursen zwischen 234,35 und 249,86 Dollar — im Rahmen eines 10b5-1-Handelsplans, den er bereits im Januar 2026 aufgesetzt hatte.
Solche Pläne legen Verkäufe automatisiert und im Voraus fest, um Interessenkonflikte auszuschließen. Nach den Transaktionen hält Kurtz weiterhin direkt 7.716.019 Aktien, hinzu kommen 400.000 Anteile über den Kurtz Family Dynasty Trust.
Davis verkaufte seine Aktienpakete zu Preisen zwischen 245,36 und 246,70 Dollar. Nach dem Verkauf verbleiben ihm 58.479 Aktien in direktem Besitz, dazu weitere Anteile über Familientrusts, deren Bestand sich durch den Aktiensplit im Juli 2026 im Verhältnis vier zu eins erhöht hatte.
Kurs bleibt trotz Verkäufen unter Druck der Bewertungsfrage
Der Zeitpunkt der Verkäufe fällt in eine Phase kräftiger Kursgewinne: CrowdStrike-Aktien legten binnen sechs Monaten um 144 Prozent zu, auf Jahressicht steht ein Plus von rund 113 Prozent. Diese Rally hat die Aktie nach Einschätzung von Marktbeobachtern in überteuertes Terrain getrieben — die Bewertung liegt über dem, was fundamentale Kennzahlen rechtfertigen würden.
Auf der Analystenseite bleibt das Bild dennoch überwiegend konstruktiv. Wedbush startete die Coverage mit „Outperform“ und einem Kursziel von 250 Dollar, Stephens hob sein Ziel auf 280 Dollar an, StoneX bestätigte „Buy“ bei ebenfalls 250 Dollar.
Als Begründung dient vor allem das Wachstum im wiederkehrenden Umsatz, das zuletzt mit 25 Prozent im Jahresvergleich zulegte. Piper Sandler mahnte hingegen zur Vorsicht, verwies auf eine schwächer werdende Marktbreite und nachlassendes Momentum.
Insider-Verkäufe nach vordefinierten Handelsplänen sind bei Technologiekonzernen mit stark gestiegenen Kursen keine Seltenheit. Ob die Bewertung der Aktie auf dem aktuellen Niveau haltbar bleibt, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen entscheiden, insbesondere am Tempo des Wachstums im wiederkehrenden Umsatz.
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