Kurz vor dem Abgang von der Börse zeigt Covestro noch einmal, was operativ in ihm steckt. Auf der Techtextil 2026 in Frankfurt präsentiert das Unternehmen vom 21. bis 24. April erstmals sein erweitertes Materialportfolio — inklusive der Produktlinie von Pontacol, die seit August 2025 zum Konzern gehört. Ein ungewöhnlicher Moment für ein Unternehmen, das sich im finalen Squeeze-out-Verfahren befindet.
Pontacol-Integration und technische Neuheiten
Die Pontacol-Übernahme brachte hochspezialisierte Klebe- und Funktionsfolien ins Portfolio. Auf der Messe zeigt Covestro diese Produkte erstmals gemeinsam mit dem bestehenden Angebot — ein Zeichen, dass die Integration trotz laufendem Delistingprozess vorangetrieben wird.
Zu den technischen Highlights zählt ein Automobilinnentür-Konzept, das gemeinsam mit der Marquardt Group und E Ink entwickelt wurde. Dahinter verbirgt sich ein farbwechselndes E-Paper-Display hinter einer PU-beschichteten Kunstoberfläche. Zudem präsentiert Covestro recycelbare TPU-Materialien für Polsterungsanwendungen sowie Folien für Anwendungen von Sportgeräten bis hin zu Rohrsanierungssystemen.
Squeeze-out: 59,46 Euro — und kein Spielraum
Für Aktionäre ist der Messeauftritt Nebensache. Großaktionär XRG P.J.S.C. stellte am 20. März 2026 das formale Verlangen nach § 327a AktG — der letzte Schritt vor der vollständigen Übernahme. Die festgelegte Barabfindung liegt bei 59,46 Euro je Aktie, ermittelt durch ein Gutachten von PricewaterhouseCoopers. Gegenüber dem ursprünglichen Übernahmeangebot von 62 Euro bedeutet das einen Abschlag von rund 2,54 Euro.
Die Aktie spiegelt diesen Zustand wider: Mit einer annualisierten Volatilität von unter 4 Prozent pendelt der Kurs eng um die Abfindungsmarke. Fundamentaldaten sind irrelevant geworden.
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Der Zeitplan ist klar: Am 5. Mai 2026 verlässt Covestro den regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse, nachdem zuvor der Wechsel vom Prime Standard in den General Standard beantragt wurde. Die Hauptversammlung, auf der der Squeeze-out-Beschluss gefasst werden soll, ist für den 19. Mai 2026 geplant. Die Auszahlung der Abfindung erfolgt erst nach Eintragung des Übertragungsbeschlusses ins Handelsregister.
Operative Lage bleibt belastet
Das Geschäftsjahr 2025 verlief schwierig: Das EBITDA brach um 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, der Umsatz schrumpfte auf 12,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 644 Millionen Euro — und zum vierten Mal in Folge keine Dividende.
Strategisch setzt Covestro dennoch Akzente. Das Effizienzprogramm STRONG erzielte bis Ende 2025 bereits Einsparungen von 275 Millionen Euro, bei einem Ziel von 400 Millionen Euro bis 2028. Zudem ist die Übernahme zweier HDI-Derivate-Produktionsgesellschaften von Vencorex Holding für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Für Börsenanleger dürfte das allerdings keine Rolle mehr spielen — die Covestro-Aktie hat ihre letzten Wochen als börsennotiertes Wertpapier begonnen.
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