Kaum ist Covestro Teil des neuen ADNOC-Chemiegiganten Borouge International, brennt es im Herzstück des Konzerns. Herabfallende Trümmer abgewehrter Raketen lösten am Wochenende mehrere Feuer in der Petrochemieanlage im emiratischen Ruwais aus. Der Zwischenfall überschattet die letzten Wochen des Leverkusener Unternehmens an der Börse.
Geopolitik trifft auf schwaches Marktumfeld
Die betroffene Anlage in Abu Dhabi musste den Betrieb umgehend einstellen. Ursache waren Trümmerteile von Drohnen und Raketen aus dem Iran, die von der Luftverteidigung der Vereinigten Arabischen Emirate abgefangen wurden. Verletzt wurde niemand. Für die erst Ende März formierte Borouge Group International, zu der Covestro nun als Spezialchemie-Plattform gehört, ist dies ein empfindlicher Rückschlag. Bereits in den Tagen zuvor hatten ähnliche Angriffe andere Industrieanlagen der Region lahmgelegt.
Abseits der geopolitischen Turbulenzen im Nahen Osten bleibt die operative Lage für Covestro selbst angespannt. Überkapazitäten und anhaltender Preisdruck belasten das Geschäft schwer. Das Management steuert mit einer zweigleisigen Strategie gegen:
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- Ergebnisziele: Nach einem Konzernverlust von 644 Millionen Euro im Jahr 2025 rechnet das Unternehmen für 2026 lediglich mit einem EBITDA auf Vorjahresniveau von rund 740 Millionen Euro.
- Sparprogramm: Die Initiative „STRONG“ greift weiter und soll die jährlichen Kosten bis 2028 um 400 Millionen Euro senken.
- Zukäufe: Trotz der Krise übernimmt Covestro zwei Produktionsgesellschaften von Vencorex in den USA und Thailand, um die Kapazitäten für aliphatische Isocyanate gezielt auszubauen.
Das Ende der Börsengeschichte naht
An der Börse spiegeln sich diese fundamentalen und geopolitischen Risiken kaum noch wider. Der Kurs pendelt aktuell bei 59,60 Euro und orientiert sich damit eng an der gutachtlich festgelegten Barabfindung für den nahenden Squeeze-out. Diese fällt mit 59,46 Euro je Aktie allerdings spürbar geringer aus als das ursprüngliche Übernahmeangebot von 62 Euro, was für verbliebene Minderheitsaktionäre eine Einbuße bedeutet.
Das Kapitel als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen schließt sich in Kürze endgültig. Am 5. Mai 2026 endet die Zulassung zum regulierten Markt, gefolgt von der finalen Hauptversammlung. Mit der anschließenden Übertragung der restlichen Aktien an ADNOC und dem angekündigten Weggang der Vorstände Markus Steilemann und Christian Baier vollzieht sich der komplette Bruch mit der bisherigen Unternehmensstruktur.
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