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Covestro Aktie: Abfindung unter Angebot

Die finale Barabfindung für Covestro-Aktionäre liegt unter dem ursprünglichen Übernahmeangebot, was auf die schwache operative Entwicklung des Unternehmens zurückzuführen ist.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Abfindung von 59,46 Euro je Aktie festgelegt
  • Operative Ergebnisse brachen im Vorjahr ein
  • Squeeze-out auf Hauptversammlung im Mai geplant
  • Unternehmen bleibt eigenständig im XRG-Portfolio

Der Börsenabschied von Covestro wird für verbliebene Minderheitsaktionäre teurer als erhofft. Die festgelegte Barabfindung von 59,46 Euro je Aktie liegt rund 2,54 Euro unter dem ursprünglichen Übernahmeangebot von 62 Euro — ein Abschlag, der auf die deutlich verschlechterte operative Lage des Konzerns zurückgeht.

Schwache Zahlen drücken den Preis

Die Bewertungsgrundlage lieferte ein Gutachten von PricewaterhouseCoopers. Und die Ausgangslage war alles andere als günstig: Das EBITDA brach im vergangenen Geschäftsjahr um 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, der Umsatz schrumpfte auf 12,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 644 Millionen Euro — das vierte Jahr in Folge ohne Dividende. Für 2026 erwartet das Management lediglich ein Ergebnis auf Vorjahresniveau.

Der Kapitalmarkt hat die Situation bereits verarbeitet. Die Aktie pendelt kaum noch — mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von unter vier Prozent bewegt sie sich eng um die Abfindungsmarke. Fundamentaldaten spielen keine Rolle mehr; allein die Erwartung an den finalen Auszahlungsbetrag bestimmt den Kurs.

Fahrplan bis Mai

Der formale Abschluss steht bevor. XRG, die Investmentgesellschaft des staatlichen Abu-Dhabi-Ölkonzerns ADNOC, hält bereits 95,1 Prozent am Grundkapital. Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 19. Mai 2026 soll der aktienrechtliche Squeeze-out beschlossen werden. Mit Eintragung ins Handelsregister gehen alle verbliebenen Aktien automatisch auf XRG über. Am 5. Mai 2026 endet zudem die Zulassung zum regulierten Markt endgültig — Covestro ist seit Februar bereits nur noch im General Standard gelistet.

Parallel laufen strategische Schritte weiter: Das Effizienzprogramm STRONG hat bis Ende 2025 bereits 275 Millionen Euro eingespart, angestrebt werden 400 Millionen Euro bis 2028. Zudem soll die Übernahme zweier Produktionsgesellschaften für HDI-Derivate von Vencorex in Thailand und den USA noch in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.

Eigenständig unter neuem Dach

Covestro bleibt nach dem Vollzug eine eigenständige Einheit im XRG-Portfolio — getrennt von der Borouge Group International, dem neuen Polyolefin-Konzern aus der Zusammenführung von Borouge, Borealis und NOVA Chemicals. Rund 17.600 Mitarbeiter an 46 Standorten weltweit werden künftig außerhalb des Börsenumfelds agieren. Mit dem Hauptversammlungsbeschluss im Mai schließt sich das Börsenkapitel des ehemaligen Bayer-Konzernteils als Spezialchemie-Unternehmen unter XRG-Dach endgültig.

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