Für Covestro beginnt die letzte Etappe auf dem Börsenparkett. Auf der Hauptversammlung in der kommenden Woche steht der Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre zur Abstimmung. Die Aktie pendelt fast regungslos um den Freitagsschlusskurs von 59,60 Euro. Kein Wunder. Bei einer Volatilität von unter zwei Prozent wartet der Markt nur noch auf den formalen Akt.
Abfindung unter dem ersten Angebot
Das Investitionsvehikel XRG der Abu Dhabi National Oil Company kontrolliert bereits gut 95 Prozent der Anteile. Den Preis für den Rauswurf der restlichen Anleger hat ein Gutachten von PricewaterhouseCoopers festgelegt. Aktionäre sollen 59,46 Euro je Papier erhalten. Dieser Wert liegt spürbar unter dem ursprünglichen Übernahmegebot von 62 Euro.
Operative Schwäche trifft auf Sparprogramm
Parallel zum Rückzug von der Börse kämpft der Chemiekonzern mit dem operativen Geschäft. Das Jahr 2025 endete mit einem Umsatzrückgang auf rund 13 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis brach sogar um fast ein Drittel auf 740 Millionen Euro ein. Am Ende stand ein negativer freier Cashflow.
Das Management steuert mit dem Sparprogramm STRONG gegen. Bis Ende 2025 sparte Covestro dadurch 275 Millionen Euro ein. Für das laufende Jahr hält der Vorstand an seiner Gewinnprognose fest. Er setzt den Fokus strikt auf die Cash-Generierung und disziplinierte Investitionen.
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Millionen-Investition in die Effizienz
Abseits der Finanzkennzahlen treibt Covestro den Umbau der Produktion voran. Der Konzern investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in sein bislang größtes Energieeffizienzprojekt. Ein neuer Kompressor nutzt das Wärmepumpenprinzip bei der Herstellung von Weichschaum-Vorprodukten.
Die Anlage macht entstehenden Dampf für weitere Prozesse nutzbar. Das spart jährlich mehr als 40.000 Tonnen CO₂ ein. Bis 2030 will das Unternehmen den Energieverbrauch pro produzierter Tonne um ein Fünftel senken.
Spruchverfahren als letzter Ausweg
Mit dem Beschluss auf der Hauptversammlung rückt das Ende der Börsennotierung näher. Den regulierten Markt in Frankfurt hat die Aktie bereits Anfang Mai verlassen. Nach der Eintragung ins Handelsregister fließt das Geld automatisch an die verbliebenen Anleger. Wer die Summe für zu niedrig hält, behält danach das Recht auf ein gerichtliches Spruchverfahren. Der anstehende Führungswechsel spielt für freie Aktionäre keine Rolle mehr. CEO Markus Steilemann verlässt den Konzern erst im Mai 2028.
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