Südkoreas Botschafterin in Washington, Kang Kyung-wha, hat am Mittwoch eine Einigung verkündet: Beide Regierungen wollen den Streit um Coupang „stabil managen“. Die regulatorischen Spannungen sollen die bilaterale Allianz nicht belasten. Kein Wunder, denn die Fronten sind verhärtet.
Vorwürfe und Gegenvorwürfe
Auslöser der diplomatischen Verwerfungen ist ein Bericht des US-Justizausschusses vom Juli. Er wirft Südkorea „diskriminierende Angriffe“ auf US-Unternehmen vor. Das südkoreanische Außenministerium wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück: Alle Ermittlungen gegen Coupang seien rechtmäßig und fair.
Im Kern des Konflikts steht eine Rekordstrafe von 624,7 Milliarden Won (rund 403 Millionen Dollar). Die südkoreanische Datenschutzkommission (PIPC) verhängte sie im Juni wegen eines massiven Datenlecks. Die Zahlen klaffen gewaltig auseinander: Die Behörde spricht von 33,7 Millionen betroffenen Datensätzen. Coupang spricht von rund 3.000.
Handelskonflikt als Hintergrund
Die Coupang-Affäre ist nicht der einzige Reibungspunkt. Südkoreas neues Netzwerkgesetz, das am 7. Juli in Kraft trat, sorgt für zusätzlichen Unmut. Plattformen mit über einer Million Nutzern drohen Strafzahlungen bei Falschinformationen – das betrifft vor allem internationale Tech-Konzerne.
Hinzu kommt eine Untersuchung der US-Handelsbeauftragten (USTR) nach Section 301. Sie könnte zu 12,5 Prozent Zöllen auf südkoreanische Waren führen. Botschafterin Kang betont, die „Balance der Interessen“ müsse gewahrt bleiben.
Kurserholung mit Luft nach oben
Die Aktie notiert bei 16,64 Euro, ein leichtes Plus von 0,48 Prozent. Auf Monatssicht geht es um 20,83 Prozent nach oben. Der 50-Tage-Durchschnitt von 14,84 Euro liegt klar unter dem aktuellen Kurs. Der RSI von 61,0 signalisiert ausgeglichene Dynamik. Doch der Abstand zum November-Hoch von 28,00 Euro beträgt immer noch gut 40 Prozent. Die Jahresbilanz bleibt mit minus 16,57 Prozent im roten Bereich.
Die diplomatische Entspannung ist ein erster Schritt. Ob sie reicht, den Handelskonflikt zu entschärfen, hängt von den nächsten Gesprächen ab. Südkorea bereitet eine formelle Erwiderung auf den US-Kongressbericht vor – die nächste Bewährungsprobe für den Kurs der Aktie.
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