Nvidia macht bei CoreWeave weiter ernst. Der Chipkonzern stockt sein Engagement um 2 Milliarden Dollar auf und hilft dem Spezialisten für KI-Rechenzentren nun auch bei Grundstücken und Stromanschlüssen. Das ist mehr als ein Vertrauensbeweis. Es zeigt, wie knapp die Infrastruktur für den KI-Boom bleibt.
Nvidia sichert Kapazitäten
Besonders wichtig ist die laufende Abnahmevereinbarung. Nvidia will überschüssige Rechenleistung von CoreWeave bis 2032 abnehmen. Damit verschafft sich der Konzern früh Zugriff auf Kapazitäten, die für agentische KI und große Rechenlasten gebraucht werden.
Für CoreWeave ist das ein klarer Rückenwind. Das Unternehmen baut weiter neue Rechenzentren auf und bekommt dafür nun nicht nur Kapital, sondern auch operative Hilfe. In einem Markt, in dem Strom, Fläche und Netzanbindungen oft zum Nadelöhr werden, kann genau das den Unterschied machen.
Aktie springt, Anleger greifen zu
Die Börse reagierte sofort. Die Aktie legte nach der Nachricht um mehr als 15 Prozent zu. Parallel dazu kaufen offenbar auch große Investoren zu. Vanguard hat seine Position laut den jüngsten Angaben um 275,6 Prozent auf rund 28 Millionen Aktien erhöht. PNC Financial Services baute ebenfalls kräftig aus.
Der Kurs liegt inzwischen bei 92,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 35,69 Prozent zu Buche. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt die Aktie aber noch 15,79 Prozent im Minus. Der RSI von 71,1 signalisiert zugleich, dass der Titel kurzfristig heiß gelaufen ist.
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Starkes Wachstum, hoher Kapitalbedarf
Operativ liefert CoreWeave weiter kräftiges Wachstum. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz auf 2,08 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 111,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand liegt bei 99,4 Milliarden Dollar und stützt die Fantasie rund um Microsoft, Meta und OpenAI.
Der Preis für dieses Wachstum bleibt hoch. CoreWeave hat sich zuletzt einen Infrastrukturkredit über 3,1 Milliarden Dollar gesichert. Moody’s bewertet ihn mit Ba2, Fitch mit BB+. Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 740 Millionen Dollar im Quartal. Der Markt kauft hier also vor allem Skalierung, nicht Gewinn.
Am 10. Juni dürfte CFO Nitin Agrawal auf einer Branchenkonferenz weitere Hinweise zum Ausbau der Infrastruktur geben. Nach dem Nvidia-Schub wird genau dort entscheidend sein, wie schnell CoreWeave neue Kapazitäten ans Netz bringt.
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