Wachsende behördliche Auflagen und lokale Moratorien für Großrechenzentren belasten den Ausbau der KI-Infrastruktur in den USA. CoreWeave verzeichnet nach Unternehmensangaben dennoch ein ungebrochen hohes Kundeninteresse. Vorstandschef Mike Intrator trat Sorgen über eine nachlassende Wachstumsdynamik entschieden entgegen. Gegenüber dem Sender CNBC erklärte der Manager, es gebe bei den Bestellungen absolut keinen Rückgang.
Regulierung verschiebt Standorte, nicht den Bedarf
Strengere Vorgaben dämpfen laut Intrator nicht das Gesamtvolumen, sondern beeinflussen primär die geografische Standortwahl künftiger Rechenzentren. Der Bundesstaat New York hatte im Juli ein Moratorium für Großprojekte verhängt, und auch in weiteren Bundesstaaten formiert sich Widerstand gegen den hohen Strombedarf der Branche.
Der Vorstandschef rechnet dennoch mit einer sich aufhellenden Ertragskraft. Er stellte in Aussicht, dass die Margen der neuen Infrastruktur bis 2027 und Anfang 2028 schneller steigen dürften als die Finanzierungskosten. Zusätzliche Impulse verspricht sich das Management von agentischer KI, die neben GPUs auch eine erhebliche Nachfrage nach spezialisierten CPUs generiert.
Volle Auftragsbücher gegen anhaltende Verluste
Rückendeckung erhält der Cloud-Spezialist aus der Finanzbranche. Das Analysehaus William Blair nahm die Aktie mit einer Einstufung auf „Outperform“ in die Beobachtung auf. Analyst Jason Ader bezifferte den zugesagten Auftragsbestand auf rund 130 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,58 Milliarden US-Dollar.
Ader wies zudem darauf hin, dass neu verhandelte Verträge bereits höhere Preise und verbesserte Deckungsbeiträge aufwiesen. Demgegenüber steht allerdings ein enormer Kapitalbedarf. Für das Gesamtjahr schätzt der Analyst die Investitionen auf rund 37 Milliarden US-Dollar. Die hohe Verschuldung und der stark negative freie Cashflow bleiben damit die zentralen Risiken für Investoren.
Analysten sehen Potenzial bei technischer Umsetzung
Am heutigen Donnerstag bekräftigte Freedom Capital die Kaufempfehlung für den Titel mit einem Kursziel von 151 US-Dollar. Das Haus hob die Ausführungsqualität bei großen Server-Clustern hervor. Zugleich verwiesen die Experten darauf, dass der begrenzte Zugang zu Strom und Flächen einen strukturellen Engpass für die gesamte Branche darstellt.
An der Börse zeigte sich der Wert gefestigt. Der Schlusskurs lag gestern bei 76,91 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,5 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang steht damit ein Plus von 20 Prozent zu Buche.
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