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CoreWeave Aktie: Bank of America hebt auf 140 Dollar

Uneinigkeit unter Analysten prägt die Erwartungen an CoreWeaves Quartalszahlen. Trotz optimistischer Prognosen zum KI-Boom warnen andere vor hohen Kosten und Wettbewerbsdruck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bank of America sieht Kurspotenzial bis 140 Dollar
  • Barclays und Jefferies senken Kursziele
  • Hoher Nettoverlust trotz Milliardenumsatz
  • Rekordauftragsbestand von 99,4 Milliarden Dollar

Kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 zeichnet sich bei den Analysten ein gespaltenes Bild für den Spezialisten für KI-Infrastruktur ab. Während einige Investmenthäuser ihre Erwartungen aufgrund der immensen Investitionsausgaben zurückschrauben, prognostizieren andere ein massives Umsatzwachstum durch den Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten. Die Aktie von CoreWeave reagiert mit deutlichen Kurssprüngen auf die unterschiedlichen Signale und notiert aktuell bei 68,67 €, was einem Plus von 7,13 % gegenüber dem Vortag entspricht.

Bank of America sieht massives Kurspotenzial

Analyst Tal Liani von der Bank of America bekräftigte jüngst seine Kaufempfehlung für die CoreWeave-Aktie und nannte ein Kursziel von 140 $. Liani hob dabei insbesondere die steigende Nachfrage nach KI-Rechenleistung hervor, die das Angebot derzeit bei weitem übersteige. Für das zweite Quartal erwartet die Bank ein Umsatzwachstum von 108 % im Vergleich zum Vorjahr. Für das restliche Geschäftsjahr wird sogar eine Beschleunigung dieser Dynamik auf bis zu 186 % im vierten Quartal prognostiziert.

Ein zentraler Pfeiler dieser optimistischen Einschätzung ist der massive Ausbau der Infrastruktur. Die Bank of America erhöhte ihre Investitionsprognose (Capex) für das Jahr 2026 von zuvor 29 Milliarden auf nun 34 Milliarden $. Ziel des Unternehmens sei es, die aktive Leistung von derzeit rund 1 Gigawatt auf 1,7 Gigawatt bis zum Jahresende zu steigern. Bis zum Jahr 2030 wird eine Gesamtkapazität von 8 Gigawatt angestrebt. Trotz der hohen Kosten erwartet Liani eine Margenexpansion, wobei die operative Marge von geschätzten 2,4 % im zweiten Quartal auf 14,6 % im vierten Quartal steigen könnte.

Skepsis bei Barclays und Jefferies

Im Gegensatz dazu zeigten sich andere Analysehäuser im Vorfeld der Q2-Vorschau zurückhaltender. Barclays senkte das Kursziel für CoreWeave von 120 $ auf 90 $ und behielt die Einstufung „Equal-Weight“ bei. Die Analysten verwiesen darauf, dass es noch zu früh für signifikante KI-Zusatzgewinne im Software-Sektor sei und sich die Trends aus dem ersten Quartal fortsetzen dürften. Auch Jefferies passte das Kursziel nach unten an und reduzierte es von 160 $ auf 150 $, blieb jedoch bei einer Kaufempfehlung.

Zusätzlicher Druck kam von Mizuho, wo das Kursziel auf 100 $ bei einer neutralen Bewertung gesenkt wurde. Kritische Stimmen, unter anderem von Seeking Alpha, warnen zudem vor der hohen Fixkostenbasis und dem zunehmenden Wettbewerb. Insbesondere die Pläne von Meta, überschüssige Rechenkapazitäten über eine eigene Cloud-Initiative zu vermarkten, könnten die bisherige Knappheit an KI-Ressourcen verringern und damit die Margen von spezialisierten Anbietern wie CoreWeave belasten.

Finanzielle Lasten und Auftragsbestand

Die Bilanz von CoreWeave verdeutlicht den enormen Kapitalbedarf des Geschäftsmodells. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen zwar einen Umsatz von 2,08 Milliarden $, verzeichnete jedoch gleichzeitig einen Nettoverlust von 740 Millionen $. Ein wesentlicher Faktor hierbei ist der Zinsaufwand, der im ersten Quartal bei 536 Millionen $ lag, während das bereinigte betriebliche Einkommen lediglich 21 Millionen $ betrug.

Trotz der aktuellen Verluste verweist die Unternehmensführung auf einen rekordverdächtigen Auftragsbestand (Backlog) in Höhe von 99,4 Milliarden $. Darin enthalten ist unter anderem ein Vertrag mit Meta im Wert von 21 Milliarden $, der bis zum Jahr 2032 läuft. Ob diese langfristigen Zusagen die hohen Finanzierungskosten und die Verschuldung kompensieren können, bleibt ein zentraler Streitpunkt an der Börse. Trotz des heutigen Kursanstiegs notiert der Wert weiterhin rund 45,72 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 126,50 €, was die hohe Volatilität und die Verunsicherung über die künftige Profitabilität widerspiegelt.

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Diskussion zu CoreWeave

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.