CoreWeave geriet im Handel spürbar unter Druck. Die Aktie verlor zuletzt 4,6 Prozent auf 119,14 Dollar, nachdem Anleger mehrere Insiderverkäufe und die hohe Schwankung im KI-Sektor verdaut hatten.
Millionenpakete aus dem Management
In den vergangenen drei Monaten haben Insider des Unternehmens laut Meldungen rund 27,25 Millionen Aktien verkauft. Der Gegenwert liegt bei etwa 3,05 Milliarden Dollar. Unter den Verkäufern waren der operative Chef, der Finanzvorstand und Direktor Jack D. Cogen, der zuletzt mehr als 980.000 Aktien abgab.
Solche Transaktionen sind nach einem starken Lauf nicht ungewöhnlich. CoreWeave liegt seit Jahresbeginn trotzdem noch rund 74 Prozent vorne. Kurzfristig erhöht das aber die Nervosität, weil der Titel schon auf jede Veränderung im Aktionärskreis empfindlich reagiert.
Technisch liegt der nächste Widerstand bei etwa 125 Dollar. Unterstützung findet die Aktie um 103 Dollar. Der heutige Kurs von 96,89 Euro liegt zudem 5,53 Prozent unter dem Vortagesschluss und rund 39 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Wachstum mit hohem Preis
Operativ bleibt CoreWeave aggressiv auf Expansion getrimmt. Das Unternehmen war der erste Cloud-Anbieter, der Nvidias Vera Rubin NVL72-Rack-System validiert und eingesetzt hat. Dafür nutzt CoreWeave eigene Software für Rack-Management und Flüssigkühlung.
Der Preis dafür ist hoch. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen von 31 bis 35 Milliarden Dollar. Dazu kommt ein mehrjähriger Cloud-Vertrag mit Meta über rund 21 Milliarden Dollar bis 2032.
Die Pipeline ist gewaltig. Der Auftragsbestand liegt inzwischen bei 99,4 Milliarden Dollar und damit 284 Prozent über dem Vorjahreswert. Das zeigt, wie stark CoreWeave bei KI-Infrastruktur gefragt ist.
Solide Dynamik, schwierige Bilanz
Im letzten Quartal setzte CoreWeave 2,08 Milliarden Dollar um. Das war ein Plus von 111,6 Prozent. Die Dynamik ist also intakt, auch wenn das Geschäftsmodell teuer finanziert bleibt.
Denn die Bilanz trägt rund 25,4 Milliarden Dollar Schulden. Zudem verbrennt das Unternehmen weiter freien Cashflow, weil es seine Rechenzentren ausbaut. Die Aktie schwankt deshalb heftig. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 122,39 Prozent.
Analysten bleiben trotz allem überwiegend zuversichtlich. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 131,52 Dollar. BNP Paribas startete die Beobachtung mit „Outperform“ und einem Ziel von 192 Dollar. Für den Markt bleibt damit vor allem die Frage, ob CoreWeave das Tempo beim Ausbau halten kann, ohne dass die Finanzierungslast zu schwer wird.
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