Condor Energies befindet sich mitten in einer operativen Neuausrichtung. Während das Unternehmen seine türkischen Aktivitäten abstößt, rücken Infrastrukturprojekte in Zentralasien massiv in den Fokus. Besonders der Aufbau einer eigenen LNG-Produktion in Kasachstan könnte die künftige Bewertung des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.
Fokus auf horizontale Bohrungen
In Usbekistan setzt das Unternehmen verstärkt auf moderne Bohrtechniken, um die Förderraten im Kumli-Feld zu steigern. Ein Meilenstein war hierbei die Horizontalbohrung Andakli-21, die mit einem lateralen Abschnitt von 1.279 Metern einen nationalen Rekord aufstellte. Diese technologische Umstellung zielt darauf ab, die Gewinnungsraten deutlich zu erhöhen. Zusammen mit der vertikalen Bohrung Kumli-45, die bereits im Februar stabilisierte Flussraten zeigte, bildet dies die Basis für das aktuelle Produktionswachstum in der Region.
Strategischer Rückzug und LNG-Ausbau
Um Kapital für die Kernprojekte in Zentralasien freizusetzen, trennt sich Condor Energies von seinen türkischen Gasvorkommen. Ein entsprechender Verkaufsvertrag für die Lizenzen Poyraz Ridge und Destan wurde bereits unterzeichnet. Im Gegenzug sichert sich das Unternehmen eine zehnjährige Lizenzgebühr auf die künftige Förderung sowie eine Nominalzahlung.
Gleichzeitig schreitet der Aufbau der Infrastruktur für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Kasachstan voran. Die erste Anlage für den Standort Saryozek wurde im März fertiggestellt und soll im zweiten Quartal 2026 verschifft werden. Ziel ist es, die erste LNG-Produktion bis Ende des vierten Quartals 2026 aufzunehmen. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigende regionale Nachfrage nach Kraftstoffen, die den bisherigen Dieselverbrauch im Schienen- und Schiffsverkehr ersetzen sollen.
Marktlage und Termine
Die Börse honorierte die operativen Fortschritte zuletzt deutlich: Die Aktie legte innerhalb der letzten 30 Tage um rund 44 Prozent zu. Mit einem aktuellen Kurs von 1,72 Euro notiert das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1,73 Euro. Trotz dieser Rally deutet der Relative-Stärke-Index (RSI) von 43,3 derzeit nicht auf eine markttechnische Überhitzung hin.
Anleger sollten den folgenden Termin für weitere fundamentale Daten im Blick behalten:
– 20. Mai 2026: Voraussichtliche Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das erste Quartal 2026.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Synchronisierung der Produktionsmengen mit der Bereitstellung neuer LNG-Lokomotiven in der Region reibungslos verläuft. Der erfolgreiche Start der Saryozek-Anlage Ende des Jahres gilt dabei als der zentrale Gradmesser für den Erfolg der neuen Strategie.
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