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Commerzbank: UniCredit überschreitet 32,64 Prozent

UniCredit erreicht 32,64 Prozent an der Commerzbank und muss ein Pflichtangebot vorlegen. Die HV am 20. Mai wird richtungsweisend.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • UniCredit hält nun über 30 Prozent
  • Pflichtangebot für Anfang Mai erwartet
  • Hauptversammlung entscheidet über Dividende
  • CEO Orlopp präsentiert Eigenständigkeitsplan

UniCredit hat die 30-Prozent-Schwelle geknackt — und damit eine neue Eskalationsstufe im Übernahmepoker um die Commerzbank erreicht. Für die Frankfurter Bank läuft parallel die Uhr: Heute ist Record Date für die Hauptversammlung am 20. Mai.

UniCredit zieht die Daumenschrauben an

Die Italiener halten mittlerweile 32,64 Prozent an der Commerzbank, zusammengesetzt aus einem direkten Aktienanteil von knapp 27 Prozent und weiteren Finanzinstrumenten. Das Überschreiten der 30-Prozent-Marke ist kein symbolischer Schritt — rechtlich zieht das die Pflicht nach sich, allen Aktionären ein formelles Übernahmeangebot zu unterbreiten. Dieses Angebot wird für den 5. Mai erwartet.

Der Ausbau der Position erfolgte trotz eines BaFin-Eingriffs: Die Finanzaufsicht hatte am vergangenen Freitag bestimmte Werbemaßnahmen von UniCredit in sozialen Medien untersagt.

Record Date: Wer heute dabei ist, stimmt ab

Wer heute Abend als Commerzbank-Aktionär registriert ist, darf bei der Hauptversammlung am 20. Mai in Wiesbaden abstimmen — und das wird keine Routineveranstaltung. Auf der Tagesordnung stehen weitreichende Beschlüsse:

  • Dividende: Vorstand und Aufsichtsrat schlagen 1,10 Euro je Aktie vor, nach 0,65 Euro im Vorjahr.
  • Aktienrückkäufe: Neue Ermächtigungen zum Erwerb eigener Anteile sollen zur Abstimmung gestellt werden.
  • Kapitalrückgabe: Insgesamt plant die Bank, rund 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre auszuschütten — entsprechend dem gesamten Nettoergebnis vor Restrukturierungskosten.

Orlopp setzt auf Eigenständigkeit

CEO Bettina Orlopp bereitet einen aktualisierten Strategieplan bis 2030 vor, der zeigen soll, dass die Commerzbank als eigenständiges Institut mehr wert ist als unter dem Dach der UniCredit. Das Commerzbank-Management argumentiert, die bisherigen Gespräche hätten keinen ausreichenden Mehrwert für die Aktionäre belegt, der über die eigene Planung hinausginge.

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UniCredit hält dagegen: Ihr Konzept „Commerzbank Unlocked“ setzt auf tiefgreifende Transformation und Kosteneffizienz. Welches Modell die Aktionäre überzeugt, wird die Hauptversammlung zeigen.

Der Kurs notierte zuletzt bei 34,75 Euro — komfortabel über dem 200-Tage-Durchschnitt von 33,46 Euro, aber mit einem RSI von 79 technisch überkauft. Auf Jahressicht hat die Aktie knapp 50 Prozent zugelegt, was zeigt, wie stark der Übernahmedruck die Bewertung getrieben hat.

Am 8. Mai folgen die Quartalszahlen für Q1 2026. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Gewinn von rund 3,03 Euro je Aktie. Zwischen Übernahmeangebot, Strategie-Präsentation und Q1-Zahlen verdichten sich die Ereignisse in weniger als zwei Wochen — eine Zeitspanne, die über die Zukunft der Bank entscheiden könnte.

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