Die Commerzbank verschärft den Gangwechsel im Kartengeschäft. Seit Mittwoch fordert das Institut bestehende Mastercard-Kreditkartenkunden aktiv zum Umstieg auf Visa auf – eine neue Phase der strategischen Partnerschaft, die bereits im Herbst mit Neuanträgen begann. Die Bank bittet ihre Kunden, einem Wechsel vor dem 1. Juli zuzustimmen.
Die Mastercard-Classic-Kreditkarte wird künftig entfallen, bestätigte eine Sprecherin. Ein Trost für betroffene Kunden: Die Konditionen der Visa-Karten bleiben identisch. Leistungen und Preise verändern sich nicht.
Prozesse straffen, Kosten senken
Hinter dem Wechsel steckt kein kurzfristiger Schwenk. Die Commerzbank hatte Visa bereits Anfang des Jahres als bevorzugten Partner im Kartengeschäft positioniert. Seither werden alle neuen Kreditkartenanträge nur noch mit Visa abgewickelt. Nun folgt die Bestandsmigration.
Das Ziel: eine einheitliche Kreditkartenplattform. Statt zwei Systeme parallel zu betreiben, konzentriert sich die Bank auf eine Kernpartnerschaft. Langfristig dürfte das Prozesse vereinfachen und Kosten drücken – ein typischer Effekt der digitalen Transformation im Retailbanking.
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Keine vollständige Abkehr von Mastercard
Mastercard verschwindet nicht komplett aus dem Portfolio. Debitkarten des US-Konzerns bleiben weiterhin im Angebot. Nur bei Kreditkarten setzt die Commerzbank künftig ausschließlich auf Visa.
Die Aktionäre nehmen den Schritt gelassen zur Kenntnis. Die Aktie notiert am Mittwoch bei 36,85 Euro – ein minimales Plus von 0,33 Prozent. Mit einem RSI von 79,6 bewegt sich der Titel nahe der überkauften Zone. Das 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro ist nur 2,38 Prozent entfernt.
Bis zum 1. Juli läuft die Frist für den Kundenwechsel. Dann zeigt sich, wie viele Bestandskunden der Migration zustimmen – und ob die Strategie der gebündelten Partnerschaft vollständig aufgeht.
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