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Commerzbank: Pflichtangebot für mBank ab 50 Prozent

UniCredit pausiert die Commerzbank-Übernahme, da ein milliardenschweres Pflichtangebot für die polnische Tochter mBank droht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Übernahmepläne vorerst auf Eis gelegt
  • Milliardenrisiko durch polnische Regularien
  • Commerzbank wehrt sich gegen Übernahme
  • Dividende als Abwehrstrategie geplant

UniCredit-Chef Andrea Orcel zieht die Handbremse. Ohne die volle Kontrolle will er die Commerzbank vorerst nicht übernehmen. Das liegt nicht nur am massiven Widerstand aus Frankfurt. Im Hintergrund lauert ein milliardenschweres Risiko in Polen.

Überschreitet UniCredit die Marke von 50 Prozent an der Commerzbank, greifen polnische Regularien. Die Italiener müssten dann ein Pflichtangebot für die Commerzbank-Tochter mBank vorlegen. Diese Vorgabe erfordert eine Bar-Komponente sowie einen festen Mindestpreis.

Die mBank wird an der Warschauer Börse mit rund 12,4 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank hält 69,1 Prozent dieser Anteile. Ein solches Pflichtangebot würde die Übernahme für UniCredit massiv verteuern. Dieser Kostenfaktor blieb in der öffentlichen Debatte bisher weitgehend unbeachtet.

Harte Fronten und Strategie-Streit

Im Vorfeld verschärfte Orcel den Ton. UniCredit attackierte das Frankfurter Institut in einer Präsentation als überbewertet und strategisch schwach. Die Italiener planen im Fall einer Übernahme tiefgreifende Einschnitte. Sie wollen das Management verkleinern und Bürokratie abbauen.

Die Commerzbank weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Folge: Das Management sieht keine Basis für eine einvernehmliche Transaktion. Die von UniCredit versprochenen Einsparungen könne die Bank auch eigenständig realisieren.

An der Börse kühlt die Übernahmefantasie etwas ab. Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 34,31 Euro und verliert auf Tagessicht rund 1,5 Prozent. Auf Jahressicht steht allerdings noch ein sattes Plus von 43 Prozent auf der Anzeigetafel.

Dividende als Abwehrschild

Das Frankfurter Management rüstet sich für die Hauptversammlung am 20. Mai 2026. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor. Parallel dazu plant das Institut weitere Aktienrückkäufe.

Diese Ausschüttungen dienen der Führungsebene als Argument im Abwehrkampf. Rückendeckung erhält die Bank vom Bund. Die Bundesregierung hält zwölf Prozent der Anteile und lehnt einen Verkauf strikt ab. Auch der Betriebsrat kündigt massiven Widerstand an.

UniCredit will das formelle Angebot voraussichtlich im Mai nach der BaFin-Prüfung vorlegen. Den Commerzbank-Aktionären bieten die Italiener 0,485 eigene Papiere je Anteilsschein. Das entspricht einem rechnerischen Wert von rund 30,80 Euro. Bis zur Veröffentlichung bleibt die mBank-Frage das größte finanzielle Hindernis für Orcels Pläne.

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Redaktion Kapitalmarktexperten

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