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Commerzbank: Dividende auf 1,10 Euro erhöht

UniCredit-CEO Orcel attackiert Commerzbank als überbewertet, während CEO Orlopp die Strategie verteidigt. Die Quartalszahlen am 8. Mai werden zum entscheidenden Test für die Eigenständigkeit.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • UniCredit präsentiert aggressiven Übernahmeplan
  • Commerzbank-CEO wehrt sich gegen Angriffe
  • Entscheidende Quartalszahlen Anfang Mai erwartet
  • Aktionäre erhalten höhere Dividende und Rückkäufe

UniCredit hat seine Karten offen auf den Tisch gelegt — und Frankfurt hat sie zurückgeworfen. Der Übernahmestreit zwischen der italienischen Großbank und der Commerzbank erreicht eine neue Stufe.

„Commerzbank Unlocked“ trifft auf scharfen Widerstand

Am 20. April veröffentlichte UniCredit-CEO Andrea Orcel eine Präsentation mit dem Titel „Commerzbank Unlocked“. Darin bezeichnet er die Frankfurter Bank als strukturell schwach und gemessen an ihren Fundamentaldaten als überbewertet. Die operative Vergangenheit der Commerzbank sei lediglich durch günstigen Rückenwind kaschiert worden.

Der Plan ist konkret: UniCredit will den Nettogewinn der Commerzbank bis 2028 auf 5,1 Milliarden Euro steigern. Für ein fusioniertes Unternehmen prognostiziert Orcel bis 2030 eine Eigenkapitalrendite von über 25 Prozent.

Commerzbank-CEO Bettina Orlopp ließ das nicht unkommentiert. Sie nannte den Vorstoß einen „spekulativen Versuch, ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu demontieren“. Orlopp zeigte sich erstaunt: Nach über 18 Monaten als Aktionärin fehle UniCredit noch immer grundlegendes Verständnis für die Treiber des Commerzbank-Geschäfts. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Italiener zeigten keine Bereitschaft, eine angemessene Übernahmeprämie zu zahlen.

Hauptversammlung und Finanzziele als nächste Wegmarken

Inmitten des Schlagabtauschs bereitet sich die Commerzbank auf zwei wichtige Termine vor. Am 8. Mai veröffentlicht sie ihre Quartalszahlen — verbunden mit aktualisierten Finanzzielen. Marktbeobachter erwarten, dass das Management diesen Termin nutzt, um die Eigenständigkeit mit konkreten Prognosen zu untermauern.

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Bereits am 4. Mai findet eine außerordentliche Hauptversammlung im Kontext einer geplanten Kapitalerhöhung statt. Die ordentliche Hauptversammlung folgt am 20. Mai in Wiesbaden. Dort steht eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 zur Abstimmung — nach 0,65 Euro im Vorjahr. Inklusive bereits abgeschlossener Rückkäufe plant die Bank, rund 2,7 Milliarden Euro an Aktionäre zurückzugeben. Ferner steht eine Ermächtigung für weitere Rückkäufe von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals auf der Tagesordnung.

Die Aktie notiert aktuell bei rund 35,94 Euro — leicht im Minus auf Tagesbasis, aber über die vergangenen zwölf Monate um mehr als 55 Prozent gestiegen. Der RSI liegt mit 70 an der Grenze zur überkauften Zone, was technisch auf erhöhte Spannung hindeutet.

Der 8. Mai wird zum ersten echten Belastungstest für Orlopp: Gelingt es ihr, mit aktualisierten Zielen die Eigenständigkeit glaubwürdig zu verteidigen, verliert UniCreditss Narrativ der „strukturellen Schwäche“ erheblich an Überzeugungskraft.

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Diskussion zu Commerzbank

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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