UniCredit hat seine Karten offen auf den Tisch gelegt — und Frankfurt hat sie zurückgeworfen. Der Übernahmestreit zwischen der italienischen Großbank und der Commerzbank erreicht eine neue Stufe.
„Commerzbank Unlocked“ trifft auf scharfen Widerstand
Am 20. April veröffentlichte UniCredit-CEO Andrea Orcel eine Präsentation mit dem Titel „Commerzbank Unlocked“. Darin bezeichnet er die Frankfurter Bank als strukturell schwach und gemessen an ihren Fundamentaldaten als überbewertet. Die operative Vergangenheit der Commerzbank sei lediglich durch günstigen Rückenwind kaschiert worden.
Der Plan ist konkret: UniCredit will den Nettogewinn der Commerzbank bis 2028 auf 5,1 Milliarden Euro steigern. Für ein fusioniertes Unternehmen prognostiziert Orcel bis 2030 eine Eigenkapitalrendite von über 25 Prozent.
Commerzbank-CEO Bettina Orlopp ließ das nicht unkommentiert. Sie nannte den Vorstoß einen „spekulativen Versuch, ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu demontieren“. Orlopp zeigte sich erstaunt: Nach über 18 Monaten als Aktionärin fehle UniCredit noch immer grundlegendes Verständnis für die Treiber des Commerzbank-Geschäfts. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Italiener zeigten keine Bereitschaft, eine angemessene Übernahmeprämie zu zahlen.
Hauptversammlung und Finanzziele als nächste Wegmarken
Inmitten des Schlagabtauschs bereitet sich die Commerzbank auf zwei wichtige Termine vor. Am 8. Mai veröffentlicht sie ihre Quartalszahlen — verbunden mit aktualisierten Finanzzielen. Marktbeobachter erwarten, dass das Management diesen Termin nutzt, um die Eigenständigkeit mit konkreten Prognosen zu untermauern.
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Bereits am 4. Mai findet eine außerordentliche Hauptversammlung im Kontext einer geplanten Kapitalerhöhung statt. Die ordentliche Hauptversammlung folgt am 20. Mai in Wiesbaden. Dort steht eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 zur Abstimmung — nach 0,65 Euro im Vorjahr. Inklusive bereits abgeschlossener Rückkäufe plant die Bank, rund 2,7 Milliarden Euro an Aktionäre zurückzugeben. Ferner steht eine Ermächtigung für weitere Rückkäufe von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals auf der Tagesordnung.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 35,94 Euro — leicht im Minus auf Tagesbasis, aber über die vergangenen zwölf Monate um mehr als 55 Prozent gestiegen. Der RSI liegt mit 70 an der Grenze zur überkauften Zone, was technisch auf erhöhte Spannung hindeutet.
Der 8. Mai wird zum ersten echten Belastungstest für Orlopp: Gelingt es ihr, mit aktualisierten Zielen die Eigenständigkeit glaubwürdig zu verteidigen, verliert UniCreditss Narrativ der „strukturellen Schwäche“ erheblich an Überzeugungskraft.
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