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Symbolbild, KI-generiert

Commerzbank Aktie: Weidmann warnt vor 1,3-Milliarden-Einschnitten

Commerzbank-Aufsichtsratschef Weidmann warnt vor den Folgen des geplanten UniCredit-Sparkurses und spricht sich für einen vorläufigen Verbleib des Bundes als Aktionär aus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Weidmann fordert Staat als Ankeraktionär
  • UniCredit plant Einsparungen von 1,3 Milliarden
  • Commerzbank-Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
  • EZB sieht langwierigen Integrationsprozess

Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann hat sich am Sonntag mit einer deutlichen Warnung an die Öffentlichkeit gewandt: Der Bund solle vorerst Aktionär der Bank bleiben. Hintergrund ist die Sorge vor massiven Kosteneinschnitten, die UniCredit im Zuge einer möglichen Integration plant.

Laut dpa-AFX und der Süddeutschen Zeitung kritisierte Weidmann zudem das deutsche Übernahmerecht, weil UniCredit die Kontrolle über die Commerzbank erlangt habe, ohne den übrigen Aktionären eine angemessene Kontrollprämie zu zahlen.

Konkret geht es um Einsparungen von 1,3 Milliarden Euro innerhalb eines Jahres, die UniCredit anstrebt. Weidmann warnte, ein solches Tempo bei Kosteneinschnitten gefährde die Substanz der Bank.

Seine Wortmeldung fällt in eine Phase, in der UniCredit über inzwischen 47,6 Prozent der Anteile und knapp 50 Prozent der Stimmrechte verfügt und im August erste formale Verhandlungen zwischen Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und UniCredit-Chef Andrea Orcel begonnen haben. Themen dieser Gespräche sind Governance, Rechnungslegung, rechtliche Fragen und Risikomanagement nach dem Kontrollwechsel.

Aktie nahe Rekordhoch trotz Übernahmestreit

Die Commerzbank-Aktie zeigt sich von den Spannungen um die künftige Eigentümerstruktur bislang unbeeindruckt. Am heutigen Dienstag notiert das Papier bei 39,81 Euro und damit nur 0,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro. Seit dem Verkauf des Bundesanteils an UniCredit am vergangenen Sonntag hat die Aktie um 1,9 Prozent zugelegt.

Der Kurs liegt damit rund 38 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 28,90 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres markiert wurde – ein Beleg dafür, dass Anleger die Übernahmefantasie bislang stärker gewichten als die Risiken eines möglichen Integrationsstreits.

Die Kursstärke fußt auch auf operativen Fakten. Anfang August hatte die Commerzbank ein Rekordergebnis für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt: Der Nettogewinn stieg um 40 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro, im zweiten Quartal legte der Gewinn sogar um 94 Prozent auf 898 Millionen Euro zu.

Die Erträge kletterten um 7 Prozent auf 6,52 Milliarden Euro, die Eigenkapitalrendite erreichte 12,6 Prozent. Das Institut bestätigte seine Jahresprognose von mindestens 3,4 Milliarden Euro Gewinn und kündigte einen weiteren Aktienrückkauf an.

EZB sieht Integration als Herausforderung

Regulatorisch zeichnet sich unterdessen eine schrittweise Klärung ab. Die Europäische Zentralbank hat laut Medienberichten intern keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Übernahme, warnt aber vor einem herausfordernden und langwierigen Integrationsprozess. Käme es zu einem vollständigen Zusammenschluss, würde UniCredit von derzeit gut 47 Prozent auf über 60 Prozent aufstocken.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Auf der einen Seite stehen starke operative Zahlen und ein Aktienrückkaufprogramm, auf der anderen ein ungeklärter Machtkampf um die künftige Ausrichtung der Bank. Weidmanns öffentliche Intervention zeigt, dass der Widerstand gegen ein zu schnelles Integrationstempo innerhalb des Aufsichtsrats keineswegs erlahmt ist – auch wenn der Bund seinen Anteil bereits abgegeben hat.

Belastet wird das Bild zusätzlich durch eine juristische Altlast: Vier ehemalige Commerzbank-Mitarbeiter wurden wegen Cum-Ex-Aktiendeals angeklagt, wie am 20. August bekannt wurde. Der Fall dürfte das operative Geschäft kaum berühren, wirft aber ein Schlaglicht auf ungeklärte Vergangenheitsfragen, während sich die Bank zugleich auf eine neue Eigentümerstruktur einstellen muss.

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