Die Commerzbank hat ihr sechstes Aktienrückkaufprogramm beendet und damit eine Gesamtausschüttung von 2,7 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2025 abgerundet. Doch während die Bank operativ liefert, verdichtet sich das Aktionariat — und die Hauptversammlung im Mai könnte zur Bewährungsprobe für die Eigenständigkeit werden.
Milliarden für Aktionäre, verhaltene Prognose
Zwischen dem 12. Februar und dem 9. März erwarb die Commerzbank insgesamt 15,7 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 33,45 Euro — ein Volumen von 524 Millionen Euro. Zusammen mit dem bereits im Dezember abgeschlossenen Programm summieren sich die Rückkäufe auf 1,5 Milliarden Euro. Hinzu kommt eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie, nach 0,65 Euro im Vorjahr.
Operativ überzeugte die Bank für 2025: Das operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn lag bei 2,6 Milliarden Euro — über den eigenen Zielen. Der Ausblick trübte das Bild jedoch ein. Das Management peilt für 2026 einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro an, Analysten hatten 3,4 Milliarden Euro erwartet. Belastet wird die Bilanz zudem durch Abschreibungen auf die Aquila-Beteiligung: Von dem 2024 gezahlten Kaufpreis sind bereits zwei Drittel abgeschrieben. Die Aktie notiert aktuell rund 21 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 37,75 Euro.
Für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 plant die Bank, eine Ausschüttungsquote von 100 Prozent des Konzernergebnisses beizubehalten — ein klares Signal an die Aktionäre, das zugleich wenig Spielraum für strategische Investitionen lässt.
Dichtes Aktionariat vor der Hauptversammlung
Parallel zur Ausschüttungsstrategie verschiebt sich die Machtstruktur im Aktionariat. Anfang März meldete die US-Investmentbank Jefferies einen Stimmrechtsanteil von 10,04 Prozent — gehalten ausschließlich über Finanzinstrumente, ohne direkte Aktienbestände. UniCredit hält inzwischen rund 26 Prozent direkt sowie knapp 4 Prozent über Finanzinstrumente. Die Schwelle von 30 Prozent, ab der ein Pflichtangebot für alle ausstehenden Anteile ausgelöst würde, rückt damit näher.
Relevant ist dabei ein Detail aus dem deutschen Übernahmerecht: Seit dem 22. Februar darf UniCredit ein mögliches Angebot als reinen Aktientausch strukturieren, da die Bank in den vorangegangenen sechs Monaten nicht mehr als fünf Prozent der Commerzbank gegen Barzahlung erworben hat. Der Bund als Aktionär mit zwölf Prozent lehnt eine Übernahme weiterhin ab.
Laufende Aktienrückkäufe verknappen zudem den Freefloat — was die prozentualen Stimmrechtsanteile bestehender Großinvestoren rein rechnerisch erhöht, auch ohne aktive Zukäufe. Das nächste Rückkaufprogramm endet am 26. März.
Termine bestimmen das weitere Bild
Hinzu kommt ein personeller Einschnitt: Risikovorstand Bernd Spalt verlässt die Bank Ende 2026 aus persönlichen Gründen, was eine Neubesetzung im Vorstand erforderlich macht.
Den nächsten konkreten Gradmesser liefern die Q1-Zahlen am 8. Mai 2026. Auf der Hauptversammlung am 20. Mai werden die Aktionäre nicht nur über die Dividende abstimmen — sondern indirekt auch darüber, wie tragfähig der Kurs der Eigenständigkeit angesichts der zunehmenden Konzentration der Stimmrechtsmacht tatsächlich ist.
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