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Symbolbild, KI-generiert

Commerzbank Aktie: UniCredit vor Übernahme-Coup

UniCredit könnte nach Umtauschangebot über 58 Prozent an der Commerzbank halten. Die finale Annahmequote wird am 8. Juli erwartet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • UniCredit strebt Mehrheit an
  • Commerzbank verfolgt Eigenstrategie
  • Neue Verteidigungsbank geplant
  • Aktie nahe am Jahreshoch

Die Frist läuft am Freitagabend ab. Dann endet das verlängerte Umtauschangebot der italienischen UniCredit an die Commerzbank-Aktionäre. Erste Marktschätzungen deuten auf einen deutlichen Machtzuwachs der Italiener hin – die offizielle Bestätigung lässt aber noch fünf Tage auf sich warten.

Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 37,80 Euro. Das bedeutet ein leichtes Minus von 0,26 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 34,52 Prozent zu Buche.

UniCredit visiert über 58 Prozent an

Nach aktuellen Schätzungen könnte UniCredit durch das Angebot eine Gesamtposition von mehr als 58 Prozent an der Commerzbank erreichen. Diese Zahl setzt sich aus bereits gehaltenen Aktien, derivativen Instrumenten und neu angedienten Anteilen zusammen. In der Wiedereröffnungsphase lag die Annahmequote bei rund 15 Prozent.

Die Stimmrechtsquote dürfte bei etwa 45 Prozent liegen. Das würde für eine faktische Kontrolle auf der Hauptversammlung reichen. Für die Überschreitung der 30-Prozent-Schwelle braucht UniCredit allerdings noch grünes Licht von der Europäischen Zentralbank. Die Aufsicht hat dafür bis zu 90 Tage Zeit.

Analyst Dieter Hein von fairesearch geht davon aus, dass UniCredit eine vollständige Konsolidierung vorerst vermeiden will. Der Grund: Eine Vollkonsolidierung könnte die von der EZB geforderten Eigenkapital- und Rentabilitätsvorgaben gefährden.

Commerzbank hält dagegen

Während UniCredit ihre Position ausbaut, treibt CEO Bettina Orlopp die eigene Strategie voran. Bis 2030 will die Commerzbank eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent erreichen. Im ersten Quartal 2026 stand bereits ein operativer Gewinn von 1,36 Milliarden Euro zu Buche.

Ein Baustein der Strategie: neue, spezialisierte Geschäftsfelder. Gemeinsam mit der Deutschen Bank und J.P. Morgan beteiligt sich die Commerzbank an der geplanten „Defence, Security and Resilience Bank“. Diese globale Verteidigungsbank soll auf dem kommenden NATO-Gipfel vorgestellt werden und zielt auf ein Finanzierungsvolumen von bis zu 100 Milliarden Pfund.

Auch technologisch positioniert sich das Institut. Zusammen mit Visa und der Tochter comdirect hat die Commerzbank erste Live-Transaktionen mit KI-Agenten im Handel realisiert. Kunden können damit automatisierte Zahlungen über biometrische Verfahren freigeben.

Kurs bleibt in Reichweite des Jahreshochs

Trotz des kleinen Rücksetzers zeigt sich die Aktie robust. Mit 37,80 Euro bleibt der Kurs nur 2,70 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro vom 19. Juni. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 36,59 Euro – ein Polster von 3,32 Prozent zur kurzfristigen Trendlinie.

Die Bundesregierung hält weiterhin rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile. Angesichts der hohen Bewertung und des Konsolidierungsdrucks im Bankensektor rechnen Beobachter mit einem schrittweisen Verkauf dieser Position.

Am kommenden Mittwoch, dem 8. Juli, veröffentlicht UniCredit die finale Annahmequote des Umtauschangebots. Erst dann zeigt sich, wie stark sich die Machtverhältnisse bei der Commerzbank tatsächlich verschoben haben.

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