Im Ringen um die Eigenständigkeit der Commerzbank verdichten sich die Anzeichen für ein höheres Angebot aus Mailand. Während die UniCredit intern höhere Prämien und einen größeren Baranteil prüft, baut das Frankfurter Management eine Verteidigungslinie aus Rekordgewinnen und massiven Ausschüttungen auf. Der Druck auf den Vorstand wächst, die Aktionäre von der eigenen Strategie zu überzeugen.
Die Preisfrage entscheidet
Das ursprüngliche Angebot der Italiener sah einen reinen Aktientausch vor, der zum Ankündigungszeitpunkt einem Wert von rund 30,80 Euro je Commerzbank-Papier entsprach. Aus Sicht der Frankfurter Führungsgremien ist das zu wenig. Sie verweisen auf Analystenziele von durchschnittlich 38 Euro und werten die bisherige Offerte als taktisches Manöver ohne echte Prämie. Der Schlusskurs vom Montag bei 30,14 Euro spiegelt die anhaltende Skepsis des Marktes bezüglich eines schnellen oder reibungslosen Abschlusses wider. Andrea Orcel, CEO der UniCredit, signalisierte nun Bereitschaft für finanzielle Zugeständnisse, knüpft diese aber an eine gemeinsame strategische Vision.
Dividenden als Abwehrschild
Um die Übernahme abzuwehren, pocht die Commerzbank auf ihre operative Stärke. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 untermauert diesen Anspruch: Das operative Ergebnis kletterte um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Allerdings trübt der Ausblick für 2026 das Bild. Mit einem angepeilten Gewinn von 3,2 Milliarden Euro verfehlt das Institut die Analystenerwartungen von 3,4 Milliarden Euro. Zudem belastet eine Abschreibung von 117 Millionen Euro im Zusammenhang mit Aquila Capital die Bilanz.
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Als Reaktion auf die verhaltene Prognose greift das Management tief in die Kasse. Die vorgeschlagene Dividende steigt kräftig von 0,65 Euro auf 1,10 Euro je Aktie. Inklusive laufender Aktienrückkäufe fließen für 2025 rund 2,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurück. Damit will der Vorstand die finanzielle Attraktivität der Eigenständigkeit untermauern.
Der Zeitplan für Mai 2026
Im kommenden Mai verdichten sich die Ereignisse. Die BaFin-Freigabe vorausgesetzt, wird die UniCredit voraussichtlich in diesem Zeitraum ihr offizielles Angebot vorlegen. Für Anleger rücken dabei drei konkrete Daten in den Mittelpunkt:
- 8. Mai: Vorlage der Quartalszahlen für das erste Quartal 2026
- Mitte Mai: Erwartete Veröffentlichung des UniCredit-Übernahmeangebots
- 20. Mai: Hauptversammlung der Commerzbank
Auf der Hauptversammlung treffen die unterschiedlichen Interessen direkt aufeinander. Da die Bundesregierung als Großaktionärin mit einem Anteil von zwölf Prozent eine Übernahme weiterhin strikt ablehnt, benötigt die UniCredit ein finanziell äußerst überzeugendes Angebot, um die restlichen institutionellen Investoren auf ihre Seite zu ziehen. Ein endgültiger Abschluss der Transaktion wird aufgrund regulatorischer Hürden ohnehin nicht vor 2027 erwartet.
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