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Commerzbank Aktie: UniCredit legt Streit der BaFin vor

UniCredit fordert Kontrolle über Commerzbank-Gremien. Die BaFin soll den Streit um Annahmequoten und Transparenz klären.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • UniCredit legt Streit der BaFin vor
  • Kontrolle über Aufsichtsrat gefordert
  • Commerzbank-Chefin weist Vorwürfe zurück
  • Übernahmeangebot läuft heute aus

UniCredit greift die Commerzbank auf zwei Fronten an. Die Italiener haben den Streit über Annahmequoten und Transparenz nun der BaFin vorgelegt — und stellen offen die Frage, wer künftig Aufsichtsrat und Vorstand der Commerzbank besetzt.

UniCredit droht mit Kontrolle über die Gremien

In einer Pressemitteilung vom heutigen 15. Juni 2026 erklärte UniCredit, alle Beteiligungen und Instrumente seien „klar und präzise“ offengelegt worden. Berichte über angebliche Wertpapierleihegeschäfte mit Commerzbank-Aktien bezeichnete die Bank als falsch. Außerdem habe sie diese Vorgänge mit der BaFin besprochen und eine weitere Prüfung angeregt.

Brisanter ist der Governance-Teil der Mitteilung. UniCredit schrieb, sie könne bei ausreichender Hauptversammlungsmehrheit sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat wählen. Dieser Aufsichtsrat bestellt dann den Vorstand. Eine Mehrheit von 75 Prozent sei nach UniCredits Darstellung nur für eine Verschmelzung oder gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung nötig — nicht für die Kontrolle über die Führungsgremien.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wies das auf dem „Euro Finance Summit“ in Frankfurt zurück. Die Äußerungen von UniCredit stifteten Unruhe in einem laufenden Verfahren und würfen Fragen zur Verlässlichkeit der Angaben auf.

Streit um angediente Aktien

Der Konflikt hat eine Vorgeschichte. Am 3. Juni 2026 hatte die Commerzbank erklärt, die von UniCredit kommunizierten Annahmequoten seien ohne Erläuterungen irreführend. Die Bank forderte eine BaFin-Prüfung und warnte davor, direkt gehaltene Aktien, Derivatepositionen und angediente Aktien als gleichwertige Kontrollpositionen zu werten.

Nach Commerzbank-Angaben stammten die damals gemeldeten 7,58 Prozent angedienter Aktien überwiegend von Derivate-Gegenparteien der UniCredit — nicht von unabhängigen Investoren. Kein einziger institutioneller Investor habe das Angebot angenommen. Privatanleger hätten zusammen nur rund 0,05 Prozent des Aktienkapitals eingereicht.

UniCredit widerspricht dieser Darstellung. Eingereichte Aktien seien unwiderruflich gebunden.

Frist endet heute Nacht

Zum 12. Juni 2026 waren laut UniCredit rund 133,8 Millionen Commerzbank-Aktien wirksam angedient — entsprechend etwa 11,86 Prozent des Grundkapitals. Direkt hielt UniCredit zu diesem Stichtag rund 26,77 Prozent der Stimmrechte. Hinzu kommen Instrumente nach § 38 WpHG sowie bar ausgleichbare Instrumente, die keine Stimmrechte vermitteln und keine Aktienübertragung ermöglichen.

Das Angebot läuft heute um 24:00 Uhr Frankfurter Zeit ab. UniCredit bietet 0,485 neue eigene Aktien je Commerzbank-Aktie — rechnerisch 34,35 Euro je Titel. Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 36,24 Euro und verliert damit 1,41 Prozent auf Tagesbasis. Der Kurs liegt also spürbar über dem Angebotswert — ein Zeichen, dass der Markt entweder auf ein verbessertes Angebot spekuliert oder die Unsicherheit über den Ausgang einpreist.

Sollte UniCredit keine Angebotsbedingung endgültig ausfallen lassen, kann eine weitere Annahmefrist folgen. Sie würde voraussichtlich am 20. Juni 2026 beginnen und am 3. Juli 2026 enden.

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