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Symbolbild, KI-generiert

Commerzbank Aktie: UniCredit knackt 30-Prozent-Schwelle

UniCredit umgeht durch Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle die Pflicht zu einem teuren Übernahmeangebot für die Commerzbank.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • UniCredit-Anteil an Commerzbank steigt
  • Teures Pflichtangebot wird umgangen
  • Commerzbank-Aktionäre lehnen Tauschangebot ab
  • Entscheidende Fristen im Juni und Juli

UniCredit hat eine entscheidende Hürde genommen. Die italienische Großbank hält mittlerweile mehr als 30 Prozent an der Commerzbank — und umgeht damit eine teure Pflichtangebots-Verpflichtung. Für UniCredit-Chef Andrea Orcel ist das ein strategischer Coup. Für die Commerzbank bedeutet es: Der Übernahmedruck steigt unmittelbar vor Ende der Annahmefrist.

Orcel nutzt regulatorische Lücke

Die direkte Beteiligung der UniCredit kletterte von rund 26,8 Prozent auf über 30 Prozent. Der Clou: Durch das Überschreiten dieser Marke im Rahmen eines freiwilligen Tauschangebots entfällt nach geltendem Übernahmerecht die Verpflichtung zu einem späteren Pflichtangebot für alle ausstehenden Aktien. Ein solches Pflichtangebot hätte die Italiener deutlich teurer zu stehen kommen können.

Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 37,48 Euro, ein Plus von 0,59 Prozent. Binnen eines Monats legte das Papier um 10,27 Prozent zu, auf Jahressicht beträgt das Plus 40,64 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro liegt nur knapp über dem aktuellen Kurs.

Tauschangebot bleibt unattraktiv

Trotz des Erfolgs der UniCredit: Die Commerzbank-Aktionäre zeigen sich zurückhaltend. Das Angebot sieht vor, jede Commerzbank-Aktie gegen 0,485 UniCredit-Aktien zu tauschen. Basierend auf den aktuellen Kursen entspricht das einem Gegenwert von etwa 35,75 Euro — ein Abschlag von rund drei Prozent zum Börsenkurs.

Für Anleger besteht damit kaum ein Anreiz, ihre Papiere anzudienen. Der Markt bewertet die Commerzbank höher als die Italiener. Das Median-Kursziel unabhängiger Analysten liegt bei rund 41,50 Euro, was ein Aufwärtspotenzial von etwa 10 Prozent impliziert.

Orlopp setzt auf Eigenständigkeit

CEO Bettina Orlopp lehnt die Übernahme weiterhin ab. Ihre Begründung: Das Angebot spiegelt den fundamentalen Wert der Bank nicht wider und bietet faktisch keine Prämie. Stattdessen setzt die Commerzbank auf ihre Strategie „Momentum 2030″, die eine signifikante Steigerung der Eigenkapitalrendite und hohe Kapitalrückzahlungen vorsieht.

Die operativen Zahlen stützen diesen Kurs. Für 2026 peilt das Management einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Hinzu kommt ein umfangreiches Kapitalrückgabeprogramm, das neben Dividenden auch Aktienrückkäufe im Volumen von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals umfasst.

Entscheidende Wochen stehen an

Zwei Termine rücken nun in den Fokus: Am 16. Juni endet die reguläre Annahmefrist für das UniCredit-Angebot, am 3. Juli läuft die erweiterte Frist aus. Parallel entscheidet die EZB am 11. Juni über die Leitzinsen. Ökonomen der Commerzbank halten angesichts einer Inflationsrate von rund 3,0 Prozent im Mai eine weitere Anhebung für möglich. Steigende Zinsen würden das Zinsergebnis der Commerzbank stützen — und die Position des Managements im Abwehrkampf stärken.

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