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Commerzbank Aktie: UniCredit hält 47,6 Prozent

EZB signalisiert Zustimmung zur UniCredit-Übernahme der Commerzbank. Die Aktie profitiert von Rekordgewinnen und steigenden Kurszielen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EZB signalisiert Zustimmung zur Übernahme
  • UniCredit kontrolliert bereits 47,6 Prozent
  • Commerzbank verdient 898 Millionen Euro im Quartal
  • Aktie nähert sich dem 52-Wochen-Hoch

Die Commerzbank steht vor einer möglichen Weichenstellung: Reuters berichtete am Mittwoch unter Berufung auf eine interne Stellungnahme der Europäischen Zentralbank vom Juli, dass die Aufsichtsbehörde einer Übernahme durch UniCredit zuneigt. Die Notierung reagierte verhalten positiv – der Titel schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 39,36 Euro.

Formal liegt der Ball weiter bei der EZB. Die BaFin hatte den Antrag von UniCredit auf eine Mehrheitsbeteiligung Ende Juli als vollständig eingestuft und an die Notenbank weitergeleitet, die nun 60 Arbeitstage Zeit hat – mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere 20 Tage.

Die aufsichtsrechtliche Prüfung ist damit der letzte große Baustein, bevor UniCredit ihre faktische Kontrolle über die Commerzbank in eine formale Mehrheitsbeteiligung überführen könnte.

Machtverhältnisse bereits verschoben

Unabhängig vom EZB-Votum hat sich die Ausgangslage längst verändert. Nach Ablauf der Angebotsfrist Anfang Juli kontrolliert UniCredit rund 47,6 Prozent des Kapitals, der Stimmrechtsanteil liegt knapp bei 49,7 Prozent. Hinzu kommen weitere rund 11 Prozent über Finanzinstrumente ohne Stimmrecht.

Commerzbank hatte moniert, dass von den angedienten 17,6 Prozent nur ein kleiner Teil – 2,7 Prozentpunkte – von institutionellen und privaten Anlegern stammte, der Großteil kam von mit UniCredit verbundenen Instituten.

Auf Unternehmensseite hat sich der Ton zuletzt gewandelt. Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp signalisierte nach anfänglicher Ablehnung des Angebots Offenheit für einen Austausch mit UniCredit und führte erste formelle Gespräche mit UniCredit-Chef Andrea Orcel, unter anderem zu Bilanzfragen und der künftigen Strategie. Auch Aufsichtsratschef Jens Weidmann hatte das Management bereits zuvor aufgefordert, den direkten Dialog mit UniCredit zu suchen.

Operatives Geschäft liefert Rückenwind

Die Übernahmedebatte überlagert eine Geschäftsentwicklung, die für sich genommen beachtlich ausfällt. Das Nettoergebnis des zweiten Quartals kletterte um 94 Prozent auf 898 Millionen Euro, das Halbjahresergebnis erreichte mit 1,81 Milliarden Euro einen Rekordwert und liegt 40 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die Erträge stiegen um 7 Prozent auf 6,52 Milliarden Euro. Das Jahresziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettoergebnis bestätigte das Institut.

Diese Zahlen liefern auch die fundamentale Grundlage für Kurszielanhebungen, auf die der Markt zuletzt reagierte. Die DZ Bank hob ihr Kursziel am 6. August von 42 auf 46 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung – Analyst Philipp Häßler bezieht darin eine mögliche Übernahme durch UniCredit als Basisszenario ein.

Bereits im April hatte RBC Capital Markets ihr Rating auf „Outperform“ hochgestuft und das Kursziel auf 43 Euro angehoben, ausgehend von zuvor 37 Euro.

Kurs nahe am Mehrjahreshoch

Der Aktienkurs spiegelt die Gemengelage aus operativer Stärke und Übernahmefantasie wider. Mit 39,36 Euro notiert der Titel nur noch knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 39,85 Euro und liegt damit rund 36 Prozent über dem Jahrestief vom Oktober.

Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 9,0 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 12 Prozent zeigt, wie nachhaltig sich der Aufwärtstrend über die vergangenen Monate verfestigt hat.

Für Anleger bleibt die EZB-Entscheidung der entscheidende Katalysator. Solange die Notenbank ihre Prüfung nicht abgeschlossen hat, bleibt offen, ob und wie schnell UniCredit ihre faktische Kontrolle in eine formale Übernahme überführen kann – die jüngste Berichtslage deutet aber darauf hin, dass die aufsichtsrechtlichen Hürden fallen könnten.

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Dr. Robert Sasse

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Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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