Startseite » DAX » Commerzbank Aktie: UniCredit erreicht 49,65 Prozent

Commerzbank Aktie: UniCredit erreicht 49,65 Prozent

Durch die Einziehung eigener Aktien steigt UniCredits Stimmrechtsanteil an der Commerzbank auf technisch 49,65 Prozent. Der Übernahmekampf spitzt sich zu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktieneinziehung erhöht UniCredit-Anteil
  • Weidmann kritisiert Übernahmepraxis scharf
  • Nur 17,6 Prozent nahmen Angebot an
  • Commerzbank-Kurs steigt leicht an

Die Commerzbank hat ihre letzten zurückgekauften Aktien eingezogen. Der Schritt verändert die Machtverhältnisse im Übernahmestreit mit UniCredit erneut: Der italienische Konzern erhält dadurch technisch Zugriff auf bis zu 49,65 Prozent der Stimmrechte – zuvor lag der Wert bei 47,59 Prozent. Rein rechnerisch fehlt UniCredit damit nur noch ein kleiner Schritt zur Kontrollmehrheit.

Der Vorgang ist eine direkte Folge der geringen Aktionärsbeteiligung an früheren Rückkäufen der Commerzbank. Weil das Institut eigene Aktien einzieht, sinkt die Gesamtzahl der ausstehenden Anteile – und der prozentuale Anteil, den UniCredit über die bereits erworbenen Papiere hält, steigt automatisch, ohne dass der italienische Konzern selbst zukaufen musste. Für die Machtfrage im Kontrollstreit ist das ein spürbarer Fortschritt zugunsten von UniCredit.

Weidmann sieht Übernahmerecht in der Kritik

Aufsichtsratsmitglied Jens Weidmann äußerte sich am Sonntag kritisch zum Verlauf der Übernahme. Er forderte eine Überprüfung des deutschen Übernahmerechts und warf UniCredit vor, mit einem „finanziell unattraktiven Angebot“ die Mehrheit erreicht zu haben, ohne den übrigen Aktionären eine angemessene Kontrollprämie zu zahlen.

Die Kritik reiht sich ein in eine Reihe von Wortmeldungen Weidmanns, der bereits im Juli die klaren Machtverhältnisse anerkannt, gleichzeitig aber auf einen konstruktiven Dialog mit UniCredit gedrängt hatte.

Hintergrund der schwachen Verhandlungsposition der verbliebenen Commerzbank-Aktionäre ist die geringe Beteiligung am ursprünglichen Übernahmeangebot: Bis zum Ende der Annahmefrist Anfang Juli hatten nur 17,6 Prozent der Aktionäre ihre Papiere angedient, unter unabhängigen institutionellen und privaten Anlegern waren es sogar nur 2,7 Prozent.

Diese Zurückhaltung hat den Konflikt zwischen den Lagern zusätzlich verschärft, ändert aber nichts an der nun technisch nahezu erreichten Kontrollschwelle.

Kursreaktion bleibt verhalten

Der Kurs der Commerzbank-Aktie notiert am heutigen Montag bei 39,45 Euro und legt damit um 0,9 Prozent zu. Anleger reagieren auf die jüngsten Entwicklungen im Übernahmekampf damit vergleichsweise gelassen – die Aktie bewegt sich weiterhin in unmittelbarer Nähe ihres 52-Wochen-Hochs. Die Marktbewertung deutet darauf hin, dass der nahezu vollständige Kontrollübergang an UniCredit von den Investoren bereits weitgehend eingepreist ist.

Zusätzliches Gewicht erhält die Situation durch Berichte, wonach sich die Commerzbank-Führung intern bereits mit der Übernahme abgefunden habe. Erste formale Gespräche zwischen UniCredit-CEO Andrea Orcel und Commerzbank-CEO Bettina Orlopp fanden bereits Mitte August statt, mit Fokus auf praktische Fragen des bevorstehenden Kontrollwechsels in Bereichen wie Rechnungslegung, Recht und Risikomanagement.

Der nun vollzogene Einzug der letzten eigenen Aktien liefert dafür einen weiteren konkreten Beleg: Die Commerzbank agiert operativ bereits so, als sei der Machtwechsel eine beschlossene Sache.

Anzeige

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 24. August liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Commerzbank

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.